Geisterfahrräder als Mahnmal Seit 2014 gibt es Ghostbikes in Osnabrück

Die sogenannte Todeskreuzung am Johannistorwall. Nachdem 2014 zwei Fahrradfahrer bei Verkehrsunfällen ums Leben kamen, wurden dort Ghostbikes aufgestellt. Foto: Michael GründelDie sogenannte Todeskreuzung am Johannistorwall. Nachdem 2014 zwei Fahrradfahrer bei Verkehrsunfällen ums Leben kamen, wurden dort Ghostbikes aufgestellt. Foto: Michael Gründel

Osnabrück. Ghostbikes werden im deutschsprachigen Raum auch als Mahnräder bezeichnet. Sie erinnern dort, wo sie aufgestellt sind, an einen tödlich verunglückten Radfahrer. Ein Artikel von den Schülerinnen Michelle Wallenhorst und Nicola Wagener

Die Idee dazu kommt aus den USA, genauer aus St. Louis aus dem Jahr 2003. Das Fahrrad wird weiß lackiert – daher der Name.

Das erste Ghostbike in Osnabrück wurde am 4. März 2014 auf Initiative des Fahrradbloggers Daniel Doerk am Johannistorwall/Kommenderiestraße aufgestellt. Der Grund war der Tod eines 20-jährigen verunglückten Fahrradfahrers, der von einem Lkw übersehen und überfahren wurde. Der Vater des jungen Mannes äußerte sich dazu damals in der Neuen Osnabrücker Zeitung. Die Erinnerung durch Ghostbikes sei der erste Schritt in die richtige Richtung, um Autofahrer sensibler und aufmerksamer im Straßenverkehr zu machen und den Radfahrern damit ein bisschen mehr Sicherheit zu bieten. Der Artikel dazu ist vom 3. April 2014 und in der Neuen Osnabrücker Zeitung erschienen.

Dennoch gab es auch Stimmen gegen die Aufstellung eines solchen Mahnrads. Die Radverkehrsbeauftragte der Stadt, Ulla Bauer, gab damals zu bedenken, dass zum Beispiel die Kreuzung am Johannistorwall bereits unübersichtlich sei und ein weißes Ghostbike nur für weitere Ablenkung sorgen könnte.

Außer den zwei Ghostbikes an der Kreuzung Johannistorwall/Kommendriestraße stehen weitere Räder an der Kreuzung Bohmter Straße/Liebigstraße, dort verunglückte eine 74-jährige Frau am 10. September 2014, und ihr Mann wurde schwer verletzt. An der Kreuzung Natruper Straße/Springmannskamp kam ein 21-Jähriger am 6. Oktober 2015 ums Leben, da ein Lkw-Fahrer ihn übersehen hatte. Noch ein Ghostbike befindet sich am Berliner Platz/Goethering Kreuzung Wittekindstraße. Dort kam eine 59-Jährige am12. Oktober 2016 ums Leben.

Unsere Meinung zu den Ghostbikes:

Wir finden sie prinzipiell gut, und es eine sehr schöne Idee, die aber noch nicht gut genug umgesetzt worden ist. Doch man kann nicht an jeder Stelle ein Ghostbike aufstellen, an der ein Radfahrer tödlich verunglückt. Aber wir denken, dass es weitaus mehr Unfallorte von Radfahrern gibt, die nicht „ausgestellt“ beziehungsweise gekennzeichnet werden.

Unser Verbesserungsvorschlag: Verpflichtende Veranstaltungen für Fahrradfahrer und Auto- und Lkw-Fahrer, die darüber informieren, wo genau es besonders kritische Stellen im Straßenverkehrsnetz gibt, und gerade die Auto- und Lkw-Fahrer darauf hinweisen, dass sie mehr achtgeben sollen, da sie im Zweifel bei einem Crash sicher nicht den Kürzeren ziehen werden.

Mehr Informationen zu dem Thema finden auf noz.de oder auf dem Fahrradblog von Daniel Doerk unter www.itstartedwithafight.de