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Größtes Baugebiet der Stadt So sehen die ersten Häuser im Osnabrücker Landwehrviertel aus

Von Sebastian Stricker


Osnabrück. Im Osnabrücker Landwehrviertel, dem größten Baugebiet der Stadt, sollen im nächsten Jahr die ersten Häuser entstehen. Investor BPD plant rund 150 Wohnungen. Ein Teil davon wird zum Vorzugspreis angeboten.

Die Konversion des ehemaligen Kasernengeländes in Atter (Quebec Barracks) beginnt in einem 18.000 Quadratmeter großen Teilbereich entlang der Landwehrstraße. Das entspricht ungefähr einem Fünftel der zur Verfügung stehenden Gesamtfläche. Gebaut werden zunächst fünf Mehrfamilienhäuser mit zusammen 110 Wohnungen, außerdem 37 Reihenhäuser. (Weiterlesen: Landwehrviertel in Osnabrück schafft Wohnraum für 2500 Menschen)

Beim Ortstermin stellte Projektmanager Thomas Trendelkamp von der BPD Immobilienentwicklung GmbH (Düsseldorf) unserer Redaktion die Entwürfe vor. Sie zeigen mehrstöckige Gebäude – blockweise angeordnet, aber jedes für sich kleinteilig gestaltet mit hellen, farblich akzentuierten Putzfassaden sowie bodentiefen Fenstern, Balkonen und Terrassen. „Wir wollen auch architektonisch etwas bringen“, erklärte Trendelkamp. Zudem würden alle Gebäude den Niedrigenergiehaus-Standard KfW 55 erfüllen. Und auch an Grün sei hinreichend gedacht: Geschützte Bäume im Eingangsbereich des Quartiers sollen stehenbleiben und durch Neupflanzungen ergänzt werden.

Erstbezug spätestens 2020

Die Reihenhäuser (je zwei Vollgeschosse plus Staffelgeschoss mit Dachterrasse) bieten den Angaben zufolge zwischen 146 und 161 Quadratmeter Wohnfläche, sind wegen der Gärten überwiegend nach Süden ausgerichtet und verfügen größtenteils über Keller. Jeder Wohnung wird auch ein Pkw-Stellplatz im Freien zugeordnet. Für die Mehrfamilienhäuser (je drei Vollgeschosse plus Staffelgeschoss mit Dachterrassen) gibt es Tiefgaragen. Die Größe der einzelnen Wohnungen variiert hier zwischen 55 und 130 Quadratmetern – verteilt auf zwei bis vier Zimmer.

Noch im Sommer würden die Bauanträge gestellt, kündigte Trendelkamp an. Mit einer Baugenehmigung werde gegen Ende des Jahres gerechnet. Den Baustart peilt BPD dann für Mitte 2018 an. Addiert man die veranschlagte Bauzeit für Mehrfamilienhäuser (18 Monate) und Reihenhäuser (15 Monate), läuft es auf einen Erstbezug im Landwehrviertel Ende 2019, Anfang 2020 hinaus. In welcher Reihenfolge die Gebäude errichtet werden, ist laut Investor unklar. Fest stehe, dass die Bebauung in drei Abschnitten erfolgt, bei denen immer zwei blockbildende Baufelder zusammengefasst werden. (Weiterlesen: Bauarbeiten im Osnabrücker Landwehrviertel kommen ins Rollen)

Verkaufspreise teilweise gedeckelt

Gut drei Viertel der Wohnungen in den Mehrfamilienhäusern sollen später direkt vermietet werden, so Trendelkamp. Der Rest werde verkauft. Mit der Vermarktung werde möglicherweise noch 2017 begonnen. Bevor das Vertriebskonzept nicht ausgearbeitet sei, wolle er sich jedoch nicht zu detailliert über Preise äußern, erklärte der Projektentwickler, sagte aber: „Wir werden keine Mondpreise verlangen.“

Für mindestens zehn Prozent der zum Kauf angebotenen Wohnungen gebe es zudem ein Limit, das vertraglich mit der Stadt Osnabrück vereinbart worden sei, um eine soziale Durchmischung des Quartiers zu gewährleisten. So liegen die Höchstpreise pro Quadratmeter Trendelkamps Angaben zufolge bei 1900 Euro für Reihenhäuser und 2200 Euro für Mehrfamilienhäuser. (Weiterlesen: Osnabrück will mit Bauland Millionen verdienen)

Neue Luxuswohnungen am Westerberg

Die 1993 gegründete BPD Immobilienentwicklung GmbH mit Hauptsitz in Frankfurt/Main gehört zu den größten Projekt- und Gebietsentwicklern in Europa. Als Teil der Rabo Real Estate Group, einer 100-prozentigen Tochter der Rabobank, hat sie ihre Wurzeln in den Niederlanden. Aber auch in Frankreich und Deutschland ist BPD (vormals Bouwfonds Immobilienentwicklung) stark vertreten. Allein 2016 hat das Unternehmen nach eigenen Angaben hierzulande 1600 Wohnungen verkauft und 2800 gebaut.

Das Projekt im Landwehrviertel ist für BPD das erste in Osnabrück. Ein anderes ist am Westerberg geplant, wo der Investor vor einem Jahr das Gelände der alten Strahlenklinik erwarb. Dort sollen mehrere Dutzend Luxuswohnungen entstehen.


Anfang 2014 hatten die Abbrucharbeiten auf dem 37 Hektar großen Gelände der ehemaligen Kaserne an der Landwehrstraße begonnen. Der Großteil der insgesamt 70 Gebäude wurde komplett abgerissen, die vorhandene Infrastruktur zurückgebaut. Im nordöstlichen Bereich laufen die Ersterschließungsarbeiten für die neue Infrastruktur. Bis Anfang 2019 werden fünf Kilometer Straße, viereinhalb Kilometer Schmutzwasserkanäle, fünf Kilometer Regenwasserkanäle gebaut sowie 400 Hausanschlüsse gelegt. Zudem entstehen entlang der Bahngleise an der nördlichen Quartiersgrenze ein 30.000 Quadratmeter großes Regenrückhaltebecken sowie eine Lärmschutzwand.

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