Ferien in der Osnabrücker Wildnis Abenteuer erleben, die es im Alltag nicht gibt

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Osnabrück. Eine Woche lang haben 15 Kinder im Armenholz im Rahmen der wildnispädagogischen Ferienbetreuung Abenteuer erlebt und viel Neues gelernt.

Einfach mal wild auf einen Baum klettern, einen Abhang runterstürmen oder gucken, was so alles im Wald lebt – das machen Kinder zurzeit bei den Wald-Abenteuern-Wochen der Ev. Familien-Bildungsstätte Osnabrück. Das Bildungswerk führt bereits zum siebten Mal eine wildnispädagogische Ferienbetreuung im Wald durch. An insgesamt sieben Standorten – in Bad Laer, Belm, Dissen, Wissingen, Melle, Hasbergen, Osnabrück-Kalkhügel. Dabei konnten bis zu 160 Vorschul- und Grundschulkinder teilnehmen. 15 Kinder haben die erste Ferienwoche im Armenholz am Kalkhügel verlebt. Begleitet von einer pädagogischen Aufsicht und einer Honorarkraft hatten die Schüler im Wald die Möglichkeit, Dinge auszuprobieren, die sie im Alltag nicht mehr erleben.

Viele Aktivitäten drehen sich um das Thema Wahrnehmung. „Da nutzen wir zum Beispiel eine Augenbinde“, erklärt Martina Kischel, Leiterin der Ev. Familien-Bildungsstätte. Die Kindern lernen so den Wald und ihre Umwelt allgemein bewusster zu erleben. „Coyote Mentoring“ nennen die Pädagogen das Konzept, bei dem verstecktes Lernen in das Spiel integriert wird. „Das ist auch eine hervorragende Möglichkeit. Intelligenz zu entwickeln“, berichtet Kischel.

Das Wichtigste ist aber, dass es den Kindern Spaß macht. „Wir haben die ganze Woche lang viel gespielt“, meinte Fides. „Zum Beispiel fangen spielen, Buden bauen oder auch zusammen essen.“ Gegen den Regen der letzten Tage hatten die Kleinen eine Plane aufgespannt. „Unter der haben wir gespielt, bis der Regen aufgehört hat“, sagt Fides. Aber auch die Tierwelt konnte die kleinen Forscher begeistern. Vögel beispielsweise gab es immer wieder zu beobachten und beim Schneckenrennen traten Weinbergschnecken gegeneinander an.

„Es geht aber auch darum, Wertschätzung zu entwickeln und ein soziales Miteinander einzuüben“, meint Björg Dewert von „Natur unterwegs“. Im Wald erhalten die Kinder dafür die nötigen Freiräume. Und das in einer freien und ungezwungenen Umgebung. Für viele Kinder ist die Natur mittlerweile etwas Fremdes. „Wir sind sonst eher nicht so oft im Wald“, erzählt Fides. „Das ist toll hier.“ Das fanden auch Paul und Anna. Sie waren mit ihren Freunden in eine der alten Buchen im Armenholz geklettert. Natürlich wurde auch im Wald geschnitzt. Paul hat beispielsweise mit seinen Freunden Buttermesser geschnitzt: „Dazu haben wir Äste gesucht und den vorderen Teil zu einem flachen Spachtel geschnitzt.“ Dann wurde alles noch glattgeschliffen und gut geölt.

Dass das alles für viele Kinder Neuland ist, ist dem Zeitgeist geschuldet. „Sicher haben viele Eltern heute Angst, ihre Kinder einfach zum Spielen nach draußen zu schicken“, meint Kischel. Aber auch der eng getaktete Tagesablauf der Kleinen mit Schule, Hausaufgaben, Sport und anderen Aktivitäten lasse nicht immer Zeit für freies Spielen im Wald. Da habe die wildnispädagogische Ferienbetreuung in den letzten Jahren schon einiges bewirkt, ist sich die Leiterin der Ev. Familienbildungsstätte sicher: „Manchmal locken dann die Kinder ihre Eltern am Wochenende in den Wald, um ihnen zu zeigen, was es hier zu erleben gibt.“

Um die wildnispädagogische Ferienbetreuung zu ermöglichen, braucht die Ev. Familien-Bildungsstätte Sponsoren. Die Stiftung der Sparkassen im Landkreis Osnabrück unterstützt dieses Projekt bereits zum vierten Mal, in diesem Jahr mit knapp 15.000 Euro, die Lantz-Dyckmans-Stiftung erstmals mit 1700 Euro. Das Angebot ist ein auf die individuellen Bedürfnisse des Kindes angepasstes Bildungsangebot mit natur- und wildnispädagogischen Arbeitsweisen und mit hohem Präventionscharakter. Dass die Wälder für diese Aktionen kostenlos genutzt werden dürfen, ist nur durch die Unterstützung der Waldbesitzer möglich.


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