Bojani: „Psychospielchen“ AfD-Streit in Osnabrück eskaliert

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Der Streit in der AfD Osnabrück eskaliert. Symbolfoto: Swaantje HehmannDer Streit in der AfD Osnabrück eskaliert. Symbolfoto: Swaantje Hehmann

Osnabrück/Rieste. Während der AfD-Kreisverband in einem internen Streit versinkt, prüfen das Wahlamt der Stadt Osnabrück und offenbar auch die Landeswahlleiterin in Hannover augenblicklich den durch sogenannte Vertrauenspersonen der Partei eingereichten Rückzug der Bundestagskandidatin Tanja Bojani aus Rieste.

Das geht aus Schilderungen des örtlichen AfD-Vorsitzenden Daniel Wolf (Merzen) hervor, der sich zu den Gründen für den außergewöhnlichen Schritt - trotz Nachfrage unserer Redaktion - bisher nicht im Detail öffentlich äußert. Wolf teilte zuletzt lediglich mit, er wolle vor einer Stellungnahme das persönliche Gespräch mit Bojani (41) suchen und eine einheitliche Sprachregelung finden, „um Schaden von Frau Bojani abzuwenden“. Wolf gehört in seiner Rolle als einer von zwei offiziellen Vertrauenspersonen zu jenen Parteifunktionären der Alternative für Deutschland (AfD), die unlängst gegenüber dem Wahlamt der Stadt die Rücknahme des eigenen AfD-Kandidatenvorschlages für den Wahlkreis 39 (Osnabrück und einige Umlandgemeinden) schriftlich formuliert hatten.

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Wie die Prüfung der eingereichten Unterlagen (frist- und formgerecht?) durch das Wahlamt der Stadt und die Landeswahlleitung ausgehen wird, ist zur Stunde weiterhin offen. Klar auf dem Tisch liegt dagegen ein massiver Streit innerhalb des AfD-Kreisverbandes, dem etwas mehr als 100 Mitglieder aus Osnabrück und dem Landkreis angehören. Von zwei unversöhnlich miteinander streitenden Lagern innerhalb der nationalkonservativen und rechtspopulistischen Partei ist dabei die Rede, Es habe „schon seit geraumer Zeit gebrodelt“, sagt Tanja Bojani. Dem Kreisvorsitzenden Wolf – beim Ringen um die besagte Bundestagskandidatur ihr parteiintern unterlegener Gegenkandidat – wirft sie wörtlich „Psychospielchen über mehrere Wochen“ vor. Es handele sich, so Bojani, die Angestellte eines Sicherheitsdienstes ist, folglich um eine gezielte Intrige gegen sie.

Mit Wolf kommuniziere sie mit Ausnahme von offiziellen Parteisitzungen inzwischen „ausschließlich nur noch über Rechtsanwälte“, fügt Bojani hinzu. Sie kritisiert zudem den niedersächsischen AfD-Landesvorsitzenden Armin-Paul Hampel, der ein Mitstreiter von Wolf sei und diesen bei dessen Vorgehen unterstütze. So seien Hampel und das Landesvorstandsmitglied Jörn König noch vor wenigen Tagen persönlich in die Region Osnabrück gereist, um Bojani und deren Helfer-Team von einem freiwilligen Rückzug von der Bundestagskandidatur zu überzeugen. Ein Gesprächsabend ohne Einigung. Anschließend ging offenbar der besagte Brief der AfD-Funktionäre an das Wahlamt raus.

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Die Riesterin Tanja Bojani wirft dem AfD-Kreisvorstand „Psychospielchen“ im Ringen um die Aufgabe ihrer Bundestagskandidatur vor. Foto: Marcus Alwes


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