Mehr Raum für Gesteinsabbau Aus für kleine Windkraftanlage auf dem Osnabrücker Piesberg

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Der westliche Teil der Piesberger Felsrippe muss dem Gesteinsabbau weichen. Dadurch ist auch das Ende für die kleinste der vier Windkraftanlagen besiegelt, hier in der Mitte des Bildes. Foto: David EbenerDer westliche Teil der Piesberger Felsrippe muss dem Gesteinsabbau weichen. Dadurch ist auch das Ende für die kleinste der vier Windkraftanlagen besiegelt, hier in der Mitte des Bildes. Foto: David Ebener

Osnabrück. Aus Osnabrücks höchstgelegenem Quartett wird in den kommenden Tagen ein Trio: Weil der Gesteinsabbau am Piesberg immer weiter voranschreitet, verschwindet jetzt das kleinste der aktuell vier Windräder.

Mit ein bisschen Wehmut blicke er schon auf das nahende Ende der Anlage vom Typ Enercon E-40, sagt Stadtwerke-Chef Christoph Hüls. „Letztlich überwiegt aber der Stolz auf eine Anlage, die viel geleistet und zuverlässig ihren Dienst verrichtet hat.“ 1990 starteten die Stadtwerke mit dem Aufstellen von Windrädern auf dem Piesberg, seinerzeit mit einer deutlich kleineren Anlage als heute. (Weiterlesen: Osnabrücker Piesberg – Aus Deponiegas wird Energie)

Wind-Riesen seit 2010

Die Enercon E-32 – die Zahl steht für den Rotordurchmesser – markierte den Beginn der Energieerzeugung auf Osnabrücks höchstem Berg. Ab 1994 kamen schließlich drei weitere vom Typ E-40 hinzu. „Wir haben damals schnell gemerkt, dass sich der Piesberg gut als Standort eignet“, sagt Karl-Heinz Meyer, Leiter Energiedienstleistungen bei den Stadtwerken. 2002 wurde das alte Windrad seinen Nachbarn angeglichen – und 2010 machten die Stadtwerke den bis jetzt sichtbarsten Wurf am Piesberg: Drei der Anlagen wurden durch Wind-Riesen mit einem Rotordurchmesser von jeweils 82 Metern ersetzt. Heute versorgt das ungleiche Quartett rein rechnerisch rund 4000 Haushalte mit Strom.

Gesteinsabbau geht weiter voran

Unangetastet blieb bei der letzten Erweiterung die E-40-Anlage am westlichen Ausläufer des Berges. Nicht ohne Grund, denn schon seit 2007 war ihr Ende absehbar: Weil die Firma Cemex die Erweiterung des Steinbruchs vorantreibt, wird nach und nach rund ein Drittel der momentan noch zu sehenden Felsrippe abgetragen. „Durch eine Vereinbarung mit der Stadt und der Firma Cemex durften wir die Anlage so lange weiterbetreiben, bis die Genehmigung zum weiteren Gesteinsabbau vorliegt“, sagt Meyer. Schon in wenigen Wochen werden sich Maschinen am dann ehemaligen Standort des Windrades zu schaffen machen und den westlichen Ausläufer der Felsrippe in eine tiefe Schlucht verwandeln. Hintergrund: Cemex baut nach eigenen Angaben rund 1,3 Millionen Tonnen Gestein pro Jahr am Piesberg ab. Das Material dient unter anderem als Grundbaustein im Straßenbau. (Weiterlesen: Neue Steinbrecheranlage am Piesberg)

Sie nehmen Abschied von einem Wind-Pionier am Osnabrücker Piesberg (von links): Karl-Heinz Meyer (Leiter Energiedienstleistungen bei den Stadtwerken), Stadtwerke-Chef Christoph Hüls und Peter Graf von Spee (Firma Cemex). Foto: Sebastian Philipp

Anlage bereits verkauft

Die Windkraftanlage ist laut Stadtwerke-Chef Hüls schon verkauft, ihre durchaus aufwendige Demontage übernimmt der Käufer. Dazu wird in den kommenden Tagen ein Kran auf der Felsrippe installiert, mit dessen Hilfe das Windrad nach und nach in seine Einzelteile zerlegt wird. Mehrere Tage sind dafür avisiert. Genaue Angaben zum Verkaufspreis macht Hüls nicht. „Die ganze Maßnahme läuft aber vor dem Hintergrund noch ausstehender Rückbaumaßnahmen kostenneutral ab.“

Und was passiert nun mit dem Wind-Pionier? „Es kann durchaus sein, dass die Anlage an einem anderen Ort wieder aufgebaut wird. Denkbar ist jedoch auch eine Nutzung als Ersatzteillager“, erklärt Meyer.


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