Ja zur Fakultätsgründung Medizinstudium in Bielefeld gut für Osnabrücker Gesundheitscampus

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Von einer Medizinerausbildung in Bielefeld würde auch der Gesundheitscampus Osnabrück profitieren, glauben die Träger Universität und Hochschule. Foto: dpaVon einer Medizinerausbildung in Bielefeld würde auch der Gesundheitscampus Osnabrück profitieren, glauben die Träger Universität und Hochschule. Foto: dpa

Osnabrück. Die geplante Gründung einer medizinischen Fakultät in Bielefeld wird von den Trägern des Osnabrücker Gesundheitscampus positiv aufgenommen. Innovative Ausbildung von Ärzten könne zur dringend notwendigen Neugestaltung der Gesundheitsversorgung in der Region beitragen, erklären Universität und Hochschule Osnabrück.

Das Medizinstudium sei ein wichtiger Baustein, um eine zukunftsorientierte, patientennahe und qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung zu entwickeln, heißt es auf Nachfrage in einem gemeinsamen Statement. Nicht nur mit Blick auf die Versorgungssicherheit der ländlich geprägten Region Ostwestfalen-Lippe halten Universität und Hochschule Osnabrück die Entscheidung für eine medizinische Fakultät in Bielefeld für ein gutes Signal. „Die Uni Bielefeld hat damit auch Chancen und Mittel erhalten, neue und innovative Wege in der Medizinerausbildung zu gehen, und kann dabei wie wir auf langjährige Erfahrungen im Bereich der Gesundheitswissenschaften zurückgreifen.“

Der 2015 gegründete Gesundheitscampus Osnabrück werde von der Idee getragen, Gesundheitsversorgung in der Region neu zu gestalten. Demografie, Digitalisierung und Fachkräftemangel seien dabei die größten Herausforderungen. Gemeinsam mit Partnern aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft wollen Hochschule und Universität Osnabrück hier neue Impulse geben. Für Niedersachsen und ganz Deutschland einmalig werde im Gesundheitscampus Osnabrück die Expertise beider Hochschulen zusammengeführt und durch engen Austausch von Wissenschaft und Praxis nutzbar gemacht.

Zu wenig Ärzte und Pflegekräfte

„Bestehende Berufsbilder werden sich verändern, neue werden entstehen. Das betrifft Studiengänge für die Fach- und Führungskräfte von morgen, aber ganz besonders auch attraktive Fort- und Weiterbildungsangebote für diejenigen, die bereits heute in der Gesundheitsversorgung vor Ort tätig sind“, heißt es weiter. Um solche Angebote für die Region auf- und auszubauen, sei der Gesundheitscampus Osnabrück bestens aufgestellt.

Probleme vor Ort bereite neben dem Ärztemangel insbesondere das Fehlen von qualifizierten Pflegekräften. Deshalb werde es darauf ankommen, Angehörige der Gesundheitsfachberufe „hervorragend und in ausreichender Zahl“ auszubilden, teilen Uni und Hochschule mit. Auch Konzepte aus Telepflege und E-Health, also der Einsatz digitaler Technologien im Gesundheitswesen, würden dabei eine Rolle spielen.

50 Millionen Euro pro Jahr

Nach der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen im Mai 2017 hatten CDU und FDP in ihren Koalitionsverhandlungen zur Bildung einer neuen Landesregierung beschlossen, zunächst 50 Millionen Euro für die Gründung einer medizinischen Vollfakultät an der Universität Bielefeld bereitzustellen. Der Betrag deckt sich nach Angaben der Uni Bielefeld mit den geschätzten Betriebskosten einer medizinischen Fakultät pro Jahr. Einmalige Investitionskosten seien damit nicht abgedeckt.

„Kommt die medizinische Fakultät nach Bielefeld, dann muss der Schwerpunkt auf der Ausbildung von Allgemeinmedizinern liegen. Denn vor allem diese werden in der Region gesucht“, zitiert die Uni in einer Mitteilung ihren Rektor Gerhard Sagerer. Die Universität Bielefeld könne hier eine Schlüsselposition in der Sicherstellung der ärztlichen Versorgung der Region übernehmen. Weitere Schwerpunkte der medizinischen Fakultät sollten sein: Medizin bei Pflege und im Alter, Medizin und Gesundheit sowie Digitalisierung in der Medizin.


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