NRW-Quali-Rennen in Osnabrück Seifenkistenpiloten trotzen in Atter dem miesen Wetter

Von Markus Strothmann

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Osnabrück. Der Jugendclub Mettinger Seifenkistenderby und seine Gäste hatten am Sonntag im Osnabrücker Stadtteil Atter mit dem schlechten Wetter zu kämpfen. Aber dann gingen die Flitzer trotz des Regens an den Start und rollten mit bis zu 60 Sachen die Straße Zum Flugplatz hinunter.

Die meisten Piloten starteten bei diesem Wertungslauf zur NRW-Meisterschaft der Seifenkistenpiloten in der Klasse „Senior bis 113 Kilogramm Gesamtgewicht“. So wie Henry Meyer (12), der mit Vater Frank vor dem wetterbedingt verschobenen Start die Kiste gründlich trockenpolierte. Bringt das überhaupt was? „Ab etwa 20 Stundenkilometern wirkt die Aerodynamik“, erklärte Frank Meyer, „vor zwei Jahren sind wir Vize-Europameister geworden, mit vier Hundertsteln Rückstand auf den Sieger. Da fragt man sich: wo sind diese vier Hundertstel? Also polieren wir.“ Auch die anderen Pilotinnen und Piloten und ihre Teams sorgten akribisch dafür, dass kein zeitraubender Wassertropfen auf der glatten Oberfläche verblieb.

Sicherheit geht vor

Auch wenn das Rennen wie geplant stattfand, kostete der Regen einige Teilnehmer. Von 70 angemeldeten Kisten in vier Klassen starteten schließlich nur 49. Der Vorsitzende des Mettinger Clubs Norbert Schröer dazu: „Bei dem Wetter fahren viele gar nicht erst los. Aber es sind trotzdem auch Leute von weiter her gekommen, zum Beispiel aus dem Kölner Raum.“

Wenn der Regen nicht am Vormittag nachgelassen hätte, wäre das Rennen wohl ganz ausgefallen. „Wir haben hier eine relativ schnelle Strecke. Bei zu starker Nässe kann man auf einem bestimmten Abschnitt aus der Kurve driften. Da passen wir auf, wir achten sehr auf Sicherheit.“

Teurer Spaß

Die 350 Meter lange Strecke auf der Straße Zum Flugplatz eigne sich aber grundsätzlich sehr gut für Seifenkistenrennen, so Norbert Schröer: Gute Bahn, schöne Gegend und auf dem Grundstück des Hofes Kolkmeier gibt es genug Platz für die technische Abnahme. Trotzdem wird es wohl bei diesem einen Rennen in Atter bleiben. „Man muss leider sagen: Die Stadt Osnabrück verlangt so viel Geld für die Sperrung der Straße, dass ein Jugendclub wie wir sich das kaum leisten kann“, bedauert Norbert Schröer.

Die Seifenkistenfahrer aus Nordrhein-Westfalen veranstalteten das Rennen in diesem Jahr ohnehin nur ausnahmsweise im benachbarten Osnabrück. Ihre Stammstrecke ist eigentlich die Schwarze Straße in ihrer Heimatstadt. Aber da dort im Herbst Deutsche Meisterschaften sowie Läufe um die Europameisterschaft ausgetragen werden, wollten sie den nun anstehenden NRW-Wertungslauf auf einer Alternativstrecke austragen – nicht zuletzt, um auswärtigen Seifenkistenpiloten keine Chance zu bieten, die Meisterschaftsstrecke schon einmal zu testen. Der Heimvorteil will schließlich gewahrt sein.


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