Restaurant-Partner in Osnabrück stehen fest Lieferdienst Foodora reagiert auf Kritik an Arbeitsbedingungen

Zu wenig Lohn, zu wenig Schichten: Fahrer des Lieferdienstes Foodora beschweren sich vermehrt über die Arbeitsbedingungen. Foodora hat nun Verbesserungen angekündigt. Foto: dpaZu wenig Lohn, zu wenig Schichten: Fahrer des Lieferdienstes Foodora beschweren sich vermehrt über die Arbeitsbedingungen. Foodora hat nun Verbesserungen angekündigt. Foto: dpa

Osnabrück. Seit wenigen Tagen hat der Lieferdienst Foodora in Osnabrück seinen Betrieb aufgenommen. Radfahrer liefern Essen von Restaurants aus, bei denen man sonst nicht bestellen kann – so die Idee. Doch vermehrt gibt es Kritik an den Arbeitsbedingungen des Lieferdienstes.

Unter dem Motto „Deliverunion“ gingen im Mai in Berlin etwa 80 Fahrer der Lieferdienste Foodora und Deliveroo auf die Straße, um ihrem Ärger Luft zu machen. In einem Videoclip auf Spiegel online mit dem Titel „Fahrrad-Essensboten begehren auf“ berichten Studenten und Mini-Jobber, dass es zu wenige Schichten für zu viele Fahrer gebe. Sämtliche Materialkosten, die Reparaturen am Fahrrad oder die Mobilfunkkosten müssten sie selbst tragen. Und das alles für etwa neun Euro pro Stunde. Die Forderungen der Fahrer, die sich in einer Gewerkschaft namens FAU (Freie Arbeiterinnen- und Arbeiter-Union) aus Berlin-Friedrichshain organisieren: mehr Lohn, die Übernahme der Reparaturkosten, ausreichend Arbeitsschichten. Nachzulesen ist all das auf der Homepage der Gewerkschaft, die sich selbst als „anarcho-synikalistische Gewerkschaftsföderation“ bezeichnet.

Vincent Pfeifer sind die Vorwürfe bekannt. Der Pressesprecher der Foodora GmbH äußert sich hierzu wie folgt:

  • Lohn: „Derzeit zahlen wir bereits über dem gesetzlich festgelegten Mindestlohn zwischen neun und elf Euro pro Stunde, den alle Fahrer unabhängig von ihrer Anstellung (Vollzeitfahrer, Midi- oder Minijobber oder Werkstudent) erhalten. Darüber hinaus haben unsere Fahrer die Möglichkeit einer Anhebung ihres Lohns. Es gibt also de facto einen leistungsbezogenen Bonus – sofern ihre Leistung entsprechend zuverlässig und verantwortungsvoll ist, haben sie die Möglichkeit auf Aufstiegschancen, die entsprechend mit mehr Gehalt vergütet werden.“
  • Reparaturkosten: „Schon seit letztem Jahr prüfen wir, inwiefern wir eine anteilige Kostenübernahme für Betriebsmittel in einem geordneten Verfahren an alle Anspruchsgruppen dieser Zahlung durchführen können“, sagt Pfeifer. Warum das so lange dauert? „Wir haben in Deutschland zwischen 2500 und 3000 Fahrer mit ganz unterschiedlichen Verträgen“, erläutert der Foodora-Sprecher. Vollzeitkräfte, Mini- und Midijobber müssten unterschiedlich bewertet werden. Viele Fahrer würden zudem nur kurzfristig bei Foodora arbeiten, zum Beispiel während der Semesterferien. Hinzu komme, dass die Angestellten alle unterschiedliche Mobilfunkverträge hätten – auch das mache die Sache nicht gerade leichter. „Zumindest haben wir jetzt eine deutlich schlankere Provider-App, die ein viel geringeres Datenvolumen verbraucht“, sagt Pfeifer. Das sei schon einmal ein Fortschritt.
  • Mehr Schichten: „Unsere Schichtplanung erfährt in den kommenden Tagen einen weiteren Grad der Automatisierung“, sagt Vincent Pfeifer. Für Fahrer soll es damit einfacher und schneller werden, ihre Schichten zu planen. Vollzeitjobbern werden zudem laut Pfeifer 30 Wochenstunden automatisch zugewiesen. Die übrigen zehn Stunden könnten sie flexibel legen. Auf Nachfrage gibt der Foodora-Sprecher zwar zu, dass der Großteil der Foodora-Fahrer Midi- oder Minijobber seien, dennoch bedürfe es eines „grundsoliden Anteils an Vollzeitkräften“, um den Lieferdienst betreiben zu können.

Wer in Osnabrück mit Foodora zusammenarbeitet

Wie viele Fahrer künftig in Osnabrück unterwegs sein werden, kann Pfeifer derzeit noch nicht absehen. In mittelgroßen Städten fange der Lieferdienst jedoch bei einem Grundstock von 20 bis 30 Fahrern an. Neben McDonald‘s stehen jetzt auch weitere Restaurants bzw. Ketten als Kooperationspartner in Osnabrück fest: nämlich L‘Osteria (italienische Küche), coa (asiatische Küche) und Nordsee. „Darüber hinaus werden in den nächsten Wochen weitere, größere Gastronomen sowie Restaurants dazu kommen“, verspricht Pfeifer.

Weiterlesen: Lieferdienst Foodora kommt nach Osnabrück


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN