Kostenpunkt: sieben bis acht Millionen Euro Institut für Musik erhält einen Neubau

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Osnabrück. Das Institut für Musik erhält einen Neubau. Das heißt: Genau genommen sind es drei, und die sind sehr musikalisch In Plektrum-Form.

Der Gewinner sieht aus, als hätte ein Gitarrist mit drei seiner Plektren gespielt. Ein Plektrum deutet mit der Spitze nach hinten, ein zweites deutet in Richtung des ersten. Das dritte fällt aus der Triangelform, ist etwa doppelt so groß und richtet seine sanfte Wölbung auf die beiden anderen Plektren. Ein Gitarristentraum, den die Architekten Ahrens & Pörtner aus Hilter da entworfen haben. Wer das erkennen will, muss allerdings über das Institut für Musik IfM) in der Caprivistraße fliegen, und zwar, wenn alles geschmeidig läuft, ab dem Herbst 2019. Dann soll der der dreiteilige Erweiterungsbau des IfM fertig sein. Weiterlesen: Bautätigkeit am Uni-Campus

Das grobmaschige IfM-Netz

Der Neubau ist notwendig geworden, weil das Institut für Musik mittlerweile in die ganze Stadt ausgeschwärmt ist: Die darstellenden Künstler sind in der ehemaligen Limbergkaserne untergekommen, die Instrumentalisten proben im Hafen, die klassischen Sängerinnen und Sänger in den einstigen „Ihr Platz“-Gebäuden in der Rehmstraße.

Das bringt Probleme mit sich, wie Institutsdekan Sascha Wienhausen sagt. Wer im grobmaschigen IfM-Netz von einem Ende zum andern will, etwa vom Hauptgebäude in der Caprivistraße zum Limberg, ist eine Stunde unterwegs. Weiterlesen: Der Prachtboulevard der Bildung

Zur Lösung dieser Distanzprobleme hat die Hochschule Osnabrück einen Architekturwettbewerb ausgeschrieben. Am Montag hat die Jury nun zum letzten Mal getagt und den Entwurf ermittelt, der realisiert werden soll. Ahrens & Pörtner haben dabei nicht nur eine äußerlich ansprechende Lösung gefunden, sondern auch eine, deren Innenleben überzeugt. Denn das IfM stellt andere Anforderungen „als ein Bürobau“, sagt Hochschulpräsident Andreas Bertram.

Membran aus Alu

Tanzsäle, Probenräume, Vortragssaal: All das muss der Erweiterungsbau bieten, und alle drei Säle sollen parallel genutzt werden können. Außerdem sollen die Anwohner möglichst wenig von den Geräuschen mitbekommen, mit denen Musik zwangsläufig verbunden ist. Deswegen umgibt eine Alu-Haut jedes der drei Gebäude, erklärt Wienhausen. „Wie eine Membran“ (Wienhausen) lässt diese Haut Tageslicht ins Innere, schirmt aber vor den Blicken nach außen ab. Musizieren, Tanzen, Singen ist ja mitunter etwas sehr Persönliches, Intimes..

Im Inneren haben die Hilteraner Architekten die Räume akustisch voneinander entkoppelt: Das größte Gebäude direkt an der Caprivistraße beherbergt den Vortragssaal und im oberen der beiden Geschosse ein Tonstudio. Die beiden anderen Gebäude enthalten Probenräume und Tanzsäle, und sogar ein Foyer als Versammlungsort für die Studierenden würde so entstehen. Und natürlich öffnet sich das neue Ensemble zum derzeitigen Campus im Innenhof der ehemaligen Klinik.

Mit der Ausführung ist nun die Architektin im Gebäudemanagement der Hochschule, Christina von Zitzewitz, befasst. Die Kosten schätzt Bertram derzeit auf sieben bis acht Millionen Euro, die er aus dem Hochschuletat aufbringen will. Damit will die Hochschule die „die Erfolgsgeschichte des IfM sichtbar machen“, sagt er. Gleichzeitig sprechen knallharte betriebswirtschaftliche Fakten für den Neubau: Für Räume wie die in der Limbergkaserne oder in der Rehmstraße zahle die Hochschule jedes Jahr Miete im Millionenbereich, sagt Bertram. So gesehen spart der Neubau sogar noch Geld. Da soll noch mal einer sagen, Kultur sei nur ein Kostenfaktor.


Ausstellung mit den Modellen der Wettbewerbsteilnehmer: 23.6. bis 6.7., Mo-Fr, 14-19 Uhr. Albrechtstraße 30, Raum AB0114

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