Appell des Osnabrücker Kreistags Landrat rechnet mit Homann-Entscheidung bis Ende Juli

Von Jean-Charles Fays

Homann gehört in den Landkreis Osnabrück. Gemeinsam richten Landrat Michael Lübbersmann und der Kreistag einen Appell an den Müller-Konzern, um den Homann-Standort Dissen zu erhalten.Archiv-Foto: Hermann PentermannHomann gehört in den Landkreis Osnabrück. Gemeinsam richten Landrat Michael Lübbersmann und der Kreistag einen Appell an den Müller-Konzern, um den Homann-Standort Dissen zu erhalten.Archiv-Foto: Hermann Pentermann

Osnabrück. Landrat Michael Lübbersmann und der Kreistag haben in der Sitzung am Montag an den Müller-Konzern appelliert, die 1200 Arbeitsplätze bei den Homann-Werken in Dissen und Bad Essen zu erhalten. Lübbersmann rechnet mit einer Standortentscheidung bis Ende Juli.

Lübbersmann betonte, „dass der Standort Dissen für die Homann- und Müller-Gruppe die wirtschaftlichste und auch strategisch günstigste Lösung wäre“. Am Donnerstag habe er der Unternehmensgruppe Theo Müller „noch einmal schriftlich bestätigt, dass aufgrund des Planungsstandes schon heute Baureife in Dissen gegeben ist und jederzeit eine Bauvoranfrage und der Bauantrag gestellt werden kann“. Während Müller damit in Dissen bereits jetzt in die Umsetzungsphase treten könne, sei der bislang favorisierte sächsische Standort Leppersdorf noch nicht soweit. Lübbersmann war dieser Hinweis wichtig, um dem Müller-Konzern die Gelegenheit zu einer erneuten Beratung des Standortrankings zu geben.

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Konzernchef Theo Müller eindeutig für Leppersdorf

Allerdings wies Lübbersmann darauf hin, dass es unabhängig von den Gesprächen, die bislang mit der Homann-Geschäftsführung stattgefunden haben, auch ein Gespräch zwischen Ministerpräsident Stephan Weil und dem Konzernchef Theo Müller gegeben hat. Darin soll sich Müller unabhängig von Fragen der Wirtschaftlichkeit sehr eindeutig für Leppersdorf als neuen Hauptproduktionsstandort ausgesprochen haben. Neben Dissen und Leppersdorf ist weiterhin eine Produktionsstätte in Polen im Gespräch.

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Betriebsrat will neue Produktion in Dissen und Bottroper Werk erhalten

Das Modell des Homann-Betriebsrats spricht sich für einen Produktionsneubau auf der 20 Hektar großen Fläche aus, das in Dissen eigens dafür an der A 33 freigeräumt wurde. Zudem fordert der Betriebsrat den Erhalt des Bottroper Homann-Werks. Die Gespräche zwischen Betriebsrat und Homann-Geschäftsführung werden in den kommenden Wochen fortgesetzt.

Grüne beantragen Kreistagsresolution

Für die Kreistagssitzung reichten sowohl die Grünen als auch die beiden großen Gruppen CDU/FDP/CDW und SPD/UWG eigene Anträge ein. Der Resolution der Grünen zufolge sollten die Beschäftigten der Homann-Werke und die Gewerkschaft NGG bei ihrem Kampf um den Erhalt des Homann-Standorts Dissen unterstützt und das Vorgehen der Unternehmensgruppe Müller scharf kritisiert werden. Die Kreisverwaltung sollte zudem darin bestärkt werden, weiter auf Gesprächsebene konstruktiv auf eine gute Lösung hinzuwirken.

CDU/FDP/CDW und SPD/UWG beantragen Kreistagsresolution

Die Kreistagsresolution der beiden großen Gruppen unterstützt alle Bemühungen für den Verbleib von Homann im Osnabrücker Land. Zudem begrüßt die Resolution alle Bestrebungen, der Unternehmensgruppe Müller in Dissen das planreife 20 Hektar große Grundstück an der Autobahn anzubieten und für die Altstandorte in Bad Essen und Dissen eine zukunftsfähige Lösung zu finden.

Grüne setzen ein Zeichen

Grünen-Fraktionschef Rainer Kavermann betonte: „Ich hätte mir gewünscht, dass die Große Koalition sich hinter unsere Resolution stellt oder sich zumindest im Vorfeld der Kreistagssitzung mit den Grünen beraten hätte, um zusammen einen gemeinsamen Vorschlag für eine Resolution einzubringen.“ Stattdessen setzte Kavermann ein Zeichen und schloss sich der Kreistagsresolution an, den die Große Koalition eingebracht hatte.

SPD: Mehr können wir als Kommunalpolitiker nicht tun

SPD-Parteichef Werner Lager erklärte: „Es ist wichtig, dass wir den Dissener Bürgermeister und den Landrat mit der Resolution unterstützen. Als Kommunalpolitiker können wir nicht mehr tun als dieses Signal zu setzen.“

CDU: Ein starkes Signal

Der Chef der CDU/FDP/CDW-Gruppe, Martin Bäumer, sagte: „Herr Kavermann, ich bin ihnen dankbar, dass wir eine gemeinsame Resolution hinkriegen werden. Das ist ein starkes Signal. Stimmen wir dieser Resolution zu und dann muss Müller sehen, was er macht. Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht.“

( Eine Themenseite zu Homann finden Sie hier)