Vier Projekte Bezahlbares Wohnen in Osnabrück: Geplante Neubauprojekte vorgestellt

Von Thomas Wübker

Unter anderem auf dieser Fläche am Fürstenauer Weg soll bezahlbarer Wohnraum entstehen, der nicht zuletzt Studenten zugute kommen soll. Foto: Archiv/Michael GründelUnter anderem auf dieser Fläche am Fürstenauer Weg soll bezahlbarer Wohnraum entstehen, der nicht zuletzt Studenten zugute kommen soll. Foto: Archiv/Michael Gründel

Osnabrück. Osnabrück braucht mehr Mietwohnungen, die sich auch Menschen leisten können, die finanziell nicht auf Rosen gebettet sind. Holger Clodius, Fachdienstleiter Bauleitplanung, und Stadtplaner Lars Bielefeld stellten deshalb jetzt vier geplante Neubauprojekte vor. Die entsprechenden Bebauungspläne werden bis zum 4. Juli im Fachbereich Städtebau im Dominikanerkloster ausgehängt.

160 Wohneinheiten in Mehrfamilienhäusern sollen am Fürstenauer Weg/Ecke Bramscher Straße entstehen, wo derzeit noch der Baustoffhandel Nilsson angesiedelt ist. Der wird weiterziehen zum Fürstenauer Weg. Der genaue Standort ist noch nicht bekannt. Die etwa ein Hektar große Fläche soll mit einer Fassade umbaut werden, damit kein Lärm in das Wohngebiet drängt. Der neue Bebauungsplan 621 (Bramscher Straße/Fürstenauer Weg) und der Erschließungsplan liegen jetzt aus.

Baubeginn am Fürstenauer Weg könnte laut Clodius Mitte/Ende 2018 sein. „Das ist ein wichtiges Projekt für uns, um Wohneinheiten an den Markt zu bringen“, sagte der scheidende Fachdienstleiter, der am 1. Juli seinen Dienst als Stadtbaurat in Melle antritt. Die Stadt Osnabrück hat sich zum Ziel gesetzt, 2500 bis 3000 neue Wohnungen bis zum Jahr 2020 für Menschen mit niedrigen und mittleren Einkommen zu schaffen. Aufgrund der Nähe zum Hochschulstandort in Haste wird damit gerechnet, dass vor allem Studenten in die neuen Wohnungen einziehen.

Neues Geschäfts- und Wohnhaus

Gegenüber der Johanniskirche soll ein Geschäfts- und Wohnhaus entstehen. Dafür wird das Gebäude abgerissen, in dem sich zuletzt das soziale Kaufhaus „Annas Lädchen“ befand. Ulrich Saremba, Geschäftsführer des Vorhabenträgers Stephanswerk, geht davon aus, dass der Abriss des Gebäudes in der ersten Hälfte des kommenden Jahres stattfindet. Im Frühjahr 2020 soll der vierstöckige Neubau bezugsfertig sein. Im Erdgeschoss ziehen dann die Malteser und die Selbsthilfegruppen für Alzheimerpatienten und für Multiple-Sklerose-Betroffene ein. Auf zwei Etagen werden sich Gemeinschaftswohnungen für je acht Personen befinden, die auch von Studenten genutzt werden können, so Saremba. In der obersten Etage sollen zudem vier eigenständige Apartments eingerichtet werden. Um das Vorhaben zu ermöglichen, soll der Rat den Bebauungsplan 626 (Westlich Johanniskirche) beschließen. Vorher können aber auch in diesem Fall bis 4. Juli die Bürger Stellung beziehen.

Im Zuge der Bauten an der Johannisstraße soll zudem der Fuß- und Radweg, der von der Johannisstraße zur Kolpingstraße führt, verlegt und aufgewertet werden, berichtete Stadtplaner Lars Bielefeld. „Er wird für Radfahrer sicherer werden.“ Momentan ist die Einfahrt von der Johannisstraße in den Weg noch schlecht einsehbar. Clodius ergänzte, dass das Areal insgesamt eine Aufwertung verdiene, da es den Auftakt für den Eingang in die City bilde.

Neues Wohngebiet im Schinkel

Als reines Wohngebiet ist eine Neubaufläche im Gebiet zwischen Bremer Straße, Weberstraße, Schinkelbergstraße und Schwanenburgstraße geplant. Da die Entlastungsstraße Ost aus dem Flächennutzungsplan gestrichen worden sei, könnten auf der bis jetzt dafür freigehaltenen Fläche nun Wohnhäuser entstehen, betonte Clodius. Dazu müsse aber der Bebauungsplan 22 (Schwanenburgstraße) noch geändert werden. „Wir sind am Beginn des Verfahrens und noch dabei, städtebauliche Konzepte zu erarbeiten, wie die Fläche bebaut werden kann.“ Die Stadtplaner haben eine Erschließung über die Biedendieckstraße ins Visier genommen. Dort befindet sich momentan ein Fußweg sowie Grundstücke und Flächen, die zum Teil in privatem Eigentum sind. Der Rückbau einer dort installierten 30 kV-Freileitung ist für den Zeitraum 2018/19 vorgesehen.

Ein vergleichsweise kleines Verfahren sei eine Änderung des Bebauungsplans 63 (Pommersche Straße), so Clodius. In zweiter Reihe sollen an der Ellerstraße in der Dodesheide maximal vier Einfamilienhäuser entstehen. Dies geschieht aufgrund des planerischen Ziels, sogenannte Innenverdichtungspotenziale zu mobilisieren sowie auf konkreten Bauwunschs eines Eigentümers.


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