Lieferservice für McDonalds Lieferdienst Foodora startet in Osnabrück einen Tag später

Den Big Mac gibt es bald auch in Osnabrück per Fahrradkurier von Foodora. Foto: dpaDen Big Mac gibt es bald auch in Osnabrück per Fahrradkurier von Foodora. Foto: dpa

Osnabrück. Mit einem Tag Verspätung wird der Lieferdienst Foodora ab diesem Dienstag für die Osnabrücker McDonalds-Filialen bestellte Waren nach Hause bringen.

Eigentlich sollte der Lieferdienst Foodora schon an diesem Montag seine Arbeit in Osnabrück aufnehmen, doch nun geht es erst am Dienstag los, bestätigt McHome-Projektleiter Markus Renkos unserer Redaktion. Grund dafür seien technische Umstellungen, die etwas mehr Zeit in Anspruch genommen hätten.

Was ist Foodora?

Foodora fährt die Bestellungen für Restaurants ohne Bringdienst aus. Restaurants nutzen dazu die Foodora-Fahrerflotte, statt eigene Mitarbeiter für einen Lieferdienst anzustellen. Kunden bestellen und bezahlen per App. Im Vergleich zum Ladenpreis kosten die Gerichte bei der Lieferbestellung etwas mehr. Foodora selbst kassiert eine Gebühr von 30 bis 35 Prozent des Bestellwerts von den Restaurants.

Deutschlandweit liefert Foodora für McDonalds die Waren aus – und das ist dann auch der Grund, wieso der Lieferdienst in die Hasestadt kommt. Der bisher mit eigenen Mitarbeitern betriebenen Lieferservice des lokalen Franchisenehmers McDonalds-Eckstein – McHome – wird deshalb umgestellt.

Wen beliefert Foodora in Osnabrück noch?

Das ist unbekannt. Das Unternehmen hält sich bedeckt, auch die Foodora-App zeigt bislang gar kein Geschäft für den Raum Osnabrück an. Fakt ist, dass Lieferfahrer für Osnabrück gesucht werden.

Gegenüber der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ hat Firmen-Mitgründer Emanuel Pallua gesagt, dass das Konzept in Städten mit mindestens 250.000 Einwohnern funktioniert. Osnabrück hat nur rund 170.000 Einwohner, ist also eigentlich zu klein. Aber da, wie oben geschrieben, McDonalds deutschlandweit mit Foodora zusammenarbeitet, hat der Lieferdienst so schon einmal seinen Fuß in der Tür der Osnabrücker Gastronomieszene.

Kritik an Foodora

Die Lieferfahrer, so viel ist bekannt, werden in Osnabrück ausschließlich auf Fahrrädern unterwegs sein. Per Algorithmus werden sie möglichst effizient auf die Restaurants und Lieferrouten verteilt. Über eine App bekommen sie ihre Aufträge.

In der Vergangenheit gab es seitens der Fahrer jedoch auch Kritik an den Arbeitsumständen: Die Erreichbarkeit der für Personalfragen zuständigen Mitarbeiter sei schwierig, was es erkrankten Fahrer schwer mache, sich entsprechend krank zu melden. Auch der Stundenlohn – 8,50 Euro – wird auf der Homepage etwas verschönernd angegeben: „Verdiene bis zu 12 Euro pro Stunde“ steht dort, doch dieser Betrag lasse sich nur mit Trinkgeldern erreichen – und die seien im Alltag eher spärlich gesät, so ein Foodora-Fahrer. Zudem bekommen die Fahrer von Foodora kein Arbeitswerkzeug gestellt: Sie nutzen sowohl ihr Rad, das eigene Handy und das eigene Datenvolumen.

Anfragen unserer Redaktion bezüglich dieser Kritikpunkte wurden seitens Foodora bisher nicht beantwortet.


Foodora wurde 2014 unter dem Namen Volo in München gegründet. Im April 2015 übernahm Rocket Internet die Firma und holte sie nach Berlin. Seit September 2015 gehört das Unternehmen zu Delivery Hero, wo Rocket Internet Hauptinvestor ist. Delivery Hero betreibt in Deutschland die Seiten und Apps von Lieferheld und Pizza.de. Zu Beginn des Jahres waren bei Foodora rund 1800 Fahrer beschäftigt.

Delivery Hero hingegen will in den kommenden Monaten an die Börse. Wie die Rocket Internet-Beteiligung an diesem Dienstag (19. Juni 2017) in Berlin mitteilte, sollen neu ausgegebene Namensaktien aus einer Kapitalerhöhung sowie bestehende Namensaktien zum Kauf angeboten werden. Angestrebt werde aus neu ausgegebenen Aktien ein Bruttoerlös von rund 450 Millionen Euro.

Zudem wollen sich die Alteigentümer von Anteilen in bislang unbekannter Höhe trennen. Der Börsengang sei abhängig vom Marktumfeld. Die Notierung soll am regulierten Markt in Frankfurt erfolgen. Das eröffnet Delivery Hero später grundsätzlich auch die Aufnahme in einen Index der Dax-Familie.

(mao/dpa)

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