Überraschend und unterhaltsam Gelungenes Abschlusskonzert des Euregio Musikfestivals in Melle

Von Jan Kampmeier

Einen unterhaltsamen Abend mit populären Stücken boten die Junge Philharmonie und die Uni Big Band ihren Zuhörern in Melle. Foto: Thomas OsterfeldEinen unterhaltsamen Abend mit populären Stücken boten die Junge Philharmonie und die Uni Big Band ihren Zuhörern in Melle. Foto: Thomas Osterfeld

Melle. Die Junge Philharmonie und die Uni Big Band Osnabrück treten mit populären Stücken gemeinsam zum Euregio Abschlusskonzert bei Solarlux in Melle an.

Christopher Wasmuth leitet die Junge Philharmonie Osnabrück vom Flügel aus, denn er spielt gleichzeitig den Solopart in Gershwins „Rhapsody in Blue“. Plötzlich steht Peter Witte auf und gibt einen Einsatz Richtung Uni Big Band Osnabrück. Massiver Bläsersatz, improvisierte Soli für Trompete, Posaune, Tenorsax und Klavier die, wie es sich beim Jazz gehört, umgehend beklatscht werden.

Das Abschlusskonzert des Euregio Musikfestivals bei Solarlux in Melle hält so einige Überraschungen bereit wie dieses Witte-Intermezzo im Gershwin, vor allem aber gelingt den beiden jungen Ensembles mit populären Stücken ein sehr unterhaltsamer Abend. Etwas aus dem Rahmen fallen sieben spanische Lieder von Manuel de Falla, weil sie etwas „seriöser“ daherkommen. Dafür singt Cornelia Salje, und die Opernfrau entpuppt sich als vorzügliche Liedsängerin, die bewusst mit den Farben ihres Mezzosoprans spielt und in den sanfteren Liedern wunderbar schlicht singt.

Gut ins Programm passen die Lieder auch in anderer Hinsicht: Spanisch und lateinamerikanisch nämlich ist der ganze Abend geprägt. Nach Kuba entführt zum Beispiel eine Ouvertüre von George Gershwin, viele Soli zeigen, wie fit das Orchester zur Zeit ist.

Natürlich hat die Uni Big Band Osnabrück nicht nur den kleinen Einsatz in Gershwins Rhapsody. Peter Witte hat für das Konzert drei Werke komponiert oder aktualisiert. Uni Big Band und Junge Philharmonie spielen sie gemeinsam unter seiner Leitung. So manche äußerst überraschende Wendung hält der „Little Spanish Dog“ bereit, eine Uraufführung. Ebenso kurzweilig sind die beiden anderen Stücke. Tangorhythmen prägen die „Milonga 61“, die fast ein Solokonzert für Sopransaxophon ist. Julia Ogrodnik ist darin klanglich hervorragend.

Am originellsten ist vielleicht Peter Wittes Stück „Inti“. Der Name stammt von einem Sonnengott der Inkas, und das Werk verwendet, abgesehen von Orchester und Big Band, bolivianische und deutsche „Folkloreinstrumente“, wie Peter Witte sagt. Mit den deutschen sind ganz normale Bierflaschen gemeint. Ein Gag, natürlich, aber darüber hinaus klanglich erstaunlich überzeugend als Imitation einer Bambusflöte. Die Bläser der Uni Big Band haben damit mutmaßlich ordentlich geübt, jedenfalls klingt das, was sie auf den Flaschen und anschließend auch mit ihren eigentlichen Instrumenten zuwege bringen, ziemlich anspruchsvoll.

Zündendes Finale ist der temperamentvolle, rhythmisch straff interpretierte Danzón No. 2 von Arturo Márquez sowie als Zugabe der turbulent gespielte Mambo aus Bernsteins „West Side Story“, nochmals von beiden Ensembles gemeinsam.