Ratsantrag für September angekündigt CDU will Helmut-Kohl-Straße in Osnabrück


Osnabrück. Die Osnabrücker CDU-Stadtratsfraktion will nach Angaben ihres Vorsitzenden Fritz Brickwedde eine Straße oder einen Platz nach dem am Freitag verstorbenen Altkanzler Helmut Kohl benennen lassen. Ein entsprechender Antrag soll bei der Ratssitzung am 5. September auf der Tagesordnung stehen.

„Wir werden diesen Antrag aus grundsätzlichen Überlegungen stellen, aber auch vor dem Hintergrund der großen politischen Persönlichkeit Helmut Kohls“, sagte Brickwedde am Montag auf Anfrage unserer Redaktion. Der Schritt zur Umbenennung einer Straße oder eines Platzes müsse jedoch sorgfältig geplant und auch der Stellenwert des Ortes müsse der Bedeutung Kohls gerecht werden. Brickwedde hofft auf breite Unterstützung des Antrags im Stadtrat. Er selber habe Helmut Kohl bei fast allen Besuchen in Osnabrück begleitet und ihn als ausgeprägten Perfektionisten kennengelernt. „Er war im positiven Sinne ein Menschenfischer und Netzwerker“, so Brickwedde.

Zwei Bundeskanzler auf dem Osnabrücker Stadtplan

Bisher wurde lediglich eine Straße in Osnabrück nach einem Bundeskanzler benannt: Als Konrad Adenauer am 19. April 1967 starb, liefen in Osnabrück schnell die Vorbereitungen zur Umbenennung des damaligen Friesenrings an. Am 9. Mai 1967 wurde schließlich zwischen Petersburger Wall und Goethering der Konrad-Adenauer-Ring in die Stadtpläne eingetragen. Nur einem weiteren Bundeskanzler wurde bisher eine ähnliche Ehre in Osnabrück zuteil: Die Grünfläche zwischen Schlosswall und Heinrichstraße hieß bis zum 23. Februar 1993 Platz des 20. Juli, sie wurde jedoch vier Monate nach dem Tod des Friedensnobelpreisträgers in Willy-Brandt-Platz umfirmiert.

Drei Bundespräsidenten geben Plätzen ihren Namen

Etwas großzügiger verfährt die Stadt dagegen mit den Namen ehemaliger Bundespräsidenten. Der Osnabrücker Bahnhofsvorplatz ist nach dem ersten Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland, Theodor Heuss, benannt. Die Umbenennung – vorher firmierte der Platz schlichtweg als Bahnhofsplatz – erfolgte seinerzeit am 17. Dezember 1963 und damit nur fünf Tage nach dem Tod des Mösermedaillenträgers. Der Name seines Nachfolgers ist am Heinrich-Lübke-Platz zwischen Martinistraße und Kurt-Schumacher-Damm zu lesen. Hier dauerte die Umbenennung des Namens Martiniplatz rund sechs Wochen, nachdem Lübke am 6. April 1972 gestorben war. Nur wenige Schritte entfernt markiert der Gustav-Heinemann-Platz den zentralen Treffpunkt im Katharinenviertel. Knapp sechs Wochen nach dem Ableben des dritten Bundespräsidenten wurde am 24. August 1976 der Augustenburger Platz entsprechend umbenannt.

Kondolenzbuch im Rathaus

Unterdessen hat die Stadtverwaltung im Foyer des historischen Rathauses ein Kondolenzbuch für den am Freitag im Alter von 87 Jahren verstorbenen Altkanzler Kohl ausgelegt. Wolfgang Beckermann, Allgemeiner Vertreter des Oberbürgermeisters, trug sich als erster in das Buch ein. In der CDU-Geschäftsstelle am Heger-Tor-Wall liegt dagegen kein eigenes Kondolenzbuch aus.


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