Goldspeicher und Twitter-Leinwände Osnabrücker Studenten entwerfen Garten für Donald Trump

Von Sebastian Stricker

Der schmucklose Garten rund ums Weiße Haus passt nicht zu US-Präsident Donald Trump. Studenten der Hochschule Osnabrück haben da ein paar Verbesserungsvorschläge. Foto: dpaDer schmucklose Garten rund ums Weiße Haus passt nicht zu US-Präsident Donald Trump. Studenten der Hochschule Osnabrück haben da ein paar Verbesserungsvorschläge. Foto: dpa

Osnabrück. Kein Pomp, kaum Bäume, dafür ein altes Gemüsebeet von Michelle Obama: Der Garten rund ums Weiße Haus dürfte so gar nicht nach dem Geschmack von US-Präsident Donald Trump sein. Landschaftsarchitektur-Studenten der Hochschule Osnabrück haben da ein paar Verbesserungsvorschläge.

„Schaut man sich Donald Trumps gold- und silberbetonten Wohnsitz in New York an, muss das Weiße Haus mit seinem recht unspektakulären Garten für den US-Präsidenten und seine Familie machtpolitisch und ästhetisch ein Graus sein“, sagt Professor Jürgen Milchert von der Fakultät Agrarwissenschaften und Landschaftsarchitektur. Selbst das „bescheidene Bundeskanzleramt“ in Berlin sei dreimal größer als das Weiße Haus und habe „immerhin zwei elegante Zimmer“, in denen meterhohe Bäume wachsen. (Weiterlesen: Osnabrücker Studenten entwerfen Remarque-Gärten)

Inspiriert von Trumps großspuriger Art und privaten Reichtümern, haben Studenten aus dem zweiten Semester Landschaftsarchitektur deshalb Modelle für einen neuen, prunkvollen Präsidentengarten entworfen. Herausgekommen sind fünf neobarocke Gartenentwürfe mit vielen protzigen Details wie goldenen Springbrunnen, Wasserachsen oder auch Statuen der Trump-Familie. Ein Modell bläht das Weiße Haus zum Himmelsschloss auf, ein anderes spielt mit einem gläsernen Goldspeicher. Eine Gruppe hat sogar an Twitter-Leinwände gedacht, auf denen die berühmt-berüchtigten Kurzbotschaften des US-Präsidenten eingeblendet werden.

Wissenschaft mit Witz

„Manches an den Entwürfen ist überkandidelt und mit einem Augenzwinkern gemeint“, sagt Milchert. Aber bei allem Witz habe das Projekt natürlich einen wissenschaftlichen Kern. Denn der pompöse Park als Ausdruck von Macht und Herrschaft sei ein jahrhundertealtes Phänomen. „Und wir leben in einer Zeit, in der so etwas wiederkommt.“

Am Donnerstag, 22. Juni, wollen die Osnabrücker Studenten ihre Entwürfe für den Trump-Garten der Öffentlichkeit vorstellen. Bis dahin wird noch an allen Modellen gefeilt. Und Professor Milchert will auch nicht völlig ausschließen, dass sie anschließend ihren Weg nach Washington finden: „Ich glaube, Trump findet das toll.“