Betriebsversammlung bei Volkswagen IG Metall fordert Anpassung des Rentensystems

Von Andre Pottebaum


Osnabrück. Vertreter des Automobilherstellers Volkswagen Osnabrück sowie der IG Metall haben am Donnerstag in einer öffentlichen Betriebsversammlung eine Erhöhung des Rentenniveaus gefordert und sich für eine verbesserte Altersversorgung ausgesprochen.

„Wir fordern einen grundlegenden Neuaufbau der Alterssicherung in Deutschland“, sagte Stephan Soldanski von der IG Metall vor den rund 2000 Beschäftigten des Volkswagenwerkes in Osnabrück. Soldanski kritisierte die Privatisierung der Altersversorgung und geißelte die Rente mit 67 als „falsche Entscheidung“. Es sei an der Zeit, für eine gerechte, leistungsfähige und angemessene Grundversorgung nach dem Ende der Erwerbstätigkeit.

Diese Forderung sei Ergebnis einer bundesweiten Umfrage, die von der IG Metall Anfang des Jahres durchgeführt wurde und an der über 680.000 Beschäftigte aus 7000 Betrieben teilgenommen hätten. Daraus sei der Wunsch erwachsen, die Alterssicherung deutschlandweit auf den Prüfstand zu stellen, um die Lebensqualität im Alter nicht weiter zu gefährden. „Auf die Beschäftigten kommt es an, deshalb haben wir euch zu Wort kommen lassen“, so Soldanski.

„Weg in die Altersarmut vorprogrammiert“

Auch die Beschäftigten am Volkswagenstandort Osnabrück sprachen sich für eine Erhöhung und Stabilisierung des Rentenniveaus aus. Außerdem forderten sie eine Rückkehr zur paritätischen Finanzierung der Krankenversicherung, die zu gleichen Teilen von Unternehmen und Angestellten übernommen werde. „Gerade für die Jüngeren wird durch die weitere Demontage der gesetzlichen Rente der direkte Weg in die Altersarmut vorprogrammiert“, so Joachim Bigus, Leiter Vertrauenskörper bei Volkswagen Osnabrück.

Deshalb müsse das Rentenniveau dauerhaft gesteigert und an die Lohnentwicklung gekoppelt werden. Finanziert werden solle dies unter anderem durch steigende Beiträge sowohl für Arbeitgeber als auf für Arbeitnehmer. „Die politische Mehrheit in diesem Land hat sich weit entfernt von den Beschäftigten in den Betrieben“, kritisierte Joachim Bigus. Umso wichtiger sei es, Geringverdienende und junge Beschäftigte mitzunehmen und sie nicht im Regen stehen zu lassen.