Campusquartier „Bei den Linden“ So lebt es sich in Osnabrücks modernstem Studentenwohnheim

Von Sebastian Stricker


Osnabrück. Es verspricht hohen Komfort zu niedrigen Preisen und ist schon Wochen vor der offiziellen Eröffnung voll vermietet: das Campusquartier „Bei den Linden“. Ein Besuch in Osnabrücks modernstem Studentenwohnheim.

Für 15 Millionen Euro hat das Studentenwerk Osnabrückin anderthalbjähriger Bauzeit zwischen Natruper Straße und Berghoffstraße eine Anlage aus dem Boden gestampft, die in der Stadt und weit darüber hinaus ihresgleichen sucht. „Sowohl technisch als auch von der Wohnform her ist es das Modernste, was wir zu bieten haben“, schwärmt Abteilungsleiterin Ursula Rosenstock. Und eins der größten Wohnheime dazu.

178 Plätze weist das Studentenwerk Osnabrück für das mehrteilige Campusquartier „Bei den Linden“ aus. Gut ein Viertel ist Wohngemeinschaften vorbehalten. Auch eine Familienwohnung gibt es. Den Rest machen Einzelapartments aus, nicht wenige davon behindertengerecht. „Einzelapartments sind ein Megatrend im studentischen Wohnen“, erklärt Rosenstock, „entsprechend hoch war die Nachfrage.“

Warmmiete ab 235 Euro

Ein weiterer Grund, warum es schon jetzt eine Warteliste für das neue Studentenwohnheim gibt, ist der schier unschlagbar günstige Mietpreis. Im Campusquartier „Bei den Linden“ sind Einzelapartments der gängigsten Größe (24 Quadratmeter) für 298 Euro im Monat zu haben – warm, wohlgemerkt. WG-Zimmer kosten ab 235 Euro, und mehr als 393 Euro zahlt hier keiner für eine Singlebude. Das alles am Fuß des Westerbergs, Osnabrücks teuerster Wohngegend und zugleich das Herzstück der Hochschulstadt. Abteilungsleiterin Rosenstock: „Auf die Lage sind wir besonders stolz. Ein Apartmenthaus in Campusnähe hat uns in Osnabrück bislang gefehlt.“

Einer der ersten Bewohner ist Yannick Dannehl. Der 28-Jährige aus Burgdorf bei Hannover studiert an der Hochschule Osnabrück Wirtschaftspsychologie im ersten Semester. Seit März lebt er im Campusquartier – und fühlt sich pudelwohl. „Ich würde gerne bis zum Ende des Studiums hierbleiben.“ In seinem Einzelapartment hat es sich der Zwei-Meter-Mann gemütlich gemacht. Was gar nicht so leicht war. „Ich habe vorher in einer 100-Quadratmeter-Wohnung gelebt. Da habe ich mich schon gefragt, wie kriegst du das in dieser Butze hin?“

Alles drin, was muss

Doch es ging: Zum Arbeiten zimmerte er sich aus Sperrholz und Regalen einen dreieckigen Schreibtisch, zum Essen und Trinken eine schmale Theke, auf der auch der Fernseher steht. Wäsche- und Getränkekisten versteckt Dannehl unterm Bett. „Der Platz reicht“, stellt der ausgebildete Tanzlehrer fest.

Darüber hinaus profitiert der Student von der komfortablen Grundausstattung, die das Studentenwerk allen Apartments im Campusquartier spendiert hat: Dazu gehört eine Küchenzeile mit zwei Kochfeldern, Kühlschrank und Backofen, ein Einbauschrank mit Garderobe, eine bodengleiche Dusche, außerdem Lüftungs- und Gegensprechanlage sowie Anschlüsse für Sat-TV, Festnetztelefon und schnellstmögliches Internet. „Da hat sich einer Gedanken gemacht“, lobt Dannehl. Für alles Weitere gibt es Wasch- und Trockenräume, Gemeinschaftsräume sowie Lagerräume mit Mietboxen.

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Insgesamt besteht das Studentenwohnheim „Bei den Linden“, das am 22. Juni offiziell eröffnet wird, aus vier einzelnen Häusern, von denen jeweils zwei baulich zusammenhängen. Der Natruper Straße zugewandt entstand ein dreistöckiges Gebäude mit Staffelgeschoss, dahinter ein flacheres mit Laubengängen zum Innenhof. Beide Teile sind durch eine gemeinsame Parkebene mit Stellplätzen für Autos und Fahrräder verbunden. Zur Berghoffstraße im Prinzip dasselbe Bild – mit einem Unterschied: Das vordere Haus ist zweistöckig (plus Staffelgeschoss) und verfügt nicht nur über Treppen, sondern auch über einen Aufzug.

Das grüne Herz der Anlage schlägt zwischen den beiden Gebäudekomplexen: Dort entfaltet sich rund um 100 Jahre alte Bäume, die dem Campusquartier seinen Namen geben, eine Wiese mit Bänken, Terrasse und Bocciabahn. Früher befanden sich auf dem 5000 Quadratmeter großen Grundstück vier andere Häuser, darunter eine ehemalige Gaststätte mit Kegelbahn und ein altes Bordell.


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