„Nah Dran“ an der Kultur Zwölf Stunden Kunstgeschichte in Osnabrück

Von Tom Bullmann

Die Kunstgeschichte liefert Impulse für Kultureinrichtungen: Hermann Queckenstedt, Klaus Niehr, die Projektbeteiligten Joanna Olchawa und Silke Grade (v. l.) stehen neben der Ölberggruppe“ von Ludwig Nolde, zu der eine Studentin geforscht hat. Foto: MartensDie Kunstgeschichte liefert Impulse für Kultureinrichtungen: Hermann Queckenstedt, Klaus Niehr, die Projektbeteiligten Joanna Olchawa und Silke Grade (v. l.) stehen neben der Ölberggruppe“ von Ludwig Nolde, zu der eine Studentin geforscht hat. Foto: Martens

Osnabrück. Studierende, Absolventen und Dozenten des Kunsthistorischen Instituts der Universität laden zusammen mit mehr als 14 Kooperationspartner zum großen Kulturerlebnis in der Stadt ein.

Welchen Stellenwert hat die Kunstgeschichte in der Region Osnabrück? Die Frage wurde angesichts der beabsichtigten Schließung des Kunsthistorischen Instituts der Universität Osnabrück oftmals gestellt. Inwieweit nicht nur Studierende von der wissenschaftlichen Erforschung kultureller Errungenschaften der Region profitieren, sondern auch zahlreiche Institutionen und interessierte Bürger, soll jetzt eine weit gefächerte, öffentliche Veranstaltung veranschaulichen.

„nah dran“ heißt es, wenn am Sonntag, 18. Juni, Studierende, Absolventen und Dozenten des Instituts zusammen mit mehr als 14 Kooperationspartnern zum großen Kulturerlebnis einladen. „Wir haben uns überlegt, wie wir die Bedeutung des Fachs Kunstgeschichte in Osnabrück lebendig aufzeigen können“, erklärt Professor Klaus Niehr, geschäftsführender Direktor des Kunsthistorischen Instituts. Zusammen mit Hermann Queckenstedt, dem Direktor des Diözesanmuseums, entwickelte er das Konzept „nah dran – zwölf Stunden Kunstgeschichte in Osnabrück“.

Ähnlich, wie es die Campus Nacht am vergangenen Wochenende erfolgreich vorgemacht hat, sollen jetzt zahlreiche Angebote die Auswirkungen von Forschung und Lehre zur Kunstgeschichte auf unsere Region demonstrieren. „Ohne das Fach würden wichtige Impulse für Museen, Galerien und andere Kulturinstitutionen wegfallen“, betont Queckenstedt. In seinem Museum forschten oftmals Studierende zu Exponaten, zum Beispiel Janina Majerczyk, die eine Arbeit zur „Ölberggruppe“ von Ludwig Nolde ablieferte.

Vorträge im Diözesanmuseum, Stadtrundgänge unter Berücksichtigung architektonischer und stadtbaulicher Aspekte, Führungen durchs Felix-Nussbaum-Haus, Werkgespräche in der Villa Schlikker, das institutionsübergreifende Vermittlungsprojekt „Wer? Wie? Was?“ in der Kunsthalle, der „Kunstcontainer“ im StadtGalerieCafé, ein Bühnenstück im Kunstraum Hase 29: Zahlreiche Angebote werden die Stadt zwölf Stunden lang in einem intensiven kunsthistorischen Licht leuchten lassen. Das kostenlose Angebot für jedermann soll dazu beitragen, den Entscheidungsprozess zugunsten eines Verbleibs der Kunstgeschichte an der Universität zu beeinflussen. Denn das letzte Wort ist noch nicht gesprochen: „Zunächst muss der Senat der Universität eine Stellungnahme zur Schließung des Instituts abgeben, bevor das Präsidium eine Entscheidung pro oder contra fällen kann“, erklärt Niehr.


Sonntag, 18. Juni, 10-22 Uhr: „nah dran – zwölf Stunden Kunstgeschichte in Osnabrück“. Info-Flyer mit allen Programmpunkten im Diözesanmuseum.