Mehr als 2000 Taschen aus Hemden Wulffs, Grieserts und Wölkens letztes Hemd als Tasche

Von Jörg Sanders


Osnabrück. Mehr als 2000 Mal das „letzte Hemd“ gegeben – darunter Altbundespräsident Christian Wulff, Bischof Bode und OB Wolfgang Griesert: Die Osnabrücker Möwe hat inzwischen mehr als 2000 Tragetaschen aus ausgedienten Oberhemden hergestellt. Ein Ende des Upcyclings ist nicht in Sicht.

Ehrenamtliche und Langzeitarbeitslose, die bei der Möwe eine Arbeitsgelegenheit haben, nähen die Taschen montags und dienstags vormittags im Nähcafé aus ausgedienten Oberhemden. „Die stehen voll dahinter, weil sie gerne nähen, weil es Projekten hilft und weil es Plastiktüten vermeidet“, sagt Gabriele Pohlmann von der Möwe.

Beutel statt Plastiktüte

Die Idee entstand aus der Schülerinitiative „Plastiktütenfreies Osnabrück“ der Ursulaschule. Die Verwendung der Tragebeutel soll Ressourcen und Umwelt schonen, und die Taschen sollen helfen, Osnabrück plastiktütenfrei zu bekommen. Jede Tasche bekommt ein gelbes Etikett mit der Aufschrift „Plastiktütenfreies Osnabrück“.

Fünf Euro pro Unikat

Fünf Euro kosten die Unikate, die in etwa so groß sind für herkömmliche Jutebeutel. Bei der Möwe an der Johannisstraße und am Hauswörmannsweg sind die Taschen erhältlich, aber auch in der Buchhandlung Eicholt in der Johannisstraße sowie der Puppenwelt in der Hasestraße. „Das ist auch eine Form der Unterstützung“, sagt Pohlmann. Der Erlös fließt in Projekte der Möwe für Langzeitarbeitslose.

Jede Tasche hat dieses Etikett. Foto: Michael Gründel

Firmen und Organisationen können auch Aufträge erteilen. Zudem könne jeder sein Lieblingshemd zur Möwe bringen und sich daraus eine Tasche nähen lassen, sagt Pohlmann. Der Preis von fünf Euro bleibe derselbe. Auch aus anderen Stoffen könnten Aufträge erteilt werden, sofern sie sich vernähen lassen.

Handsignierte Taschen

Im November vergangenen Jahres hatte die Möwe während ihres Martinsmarktes Taschen aus Bekleidungsstücken bekannter Osnabrücker versteigert. Unter den Hammer kamen handsignierte Taschen von Bischof Bode, Altbundespräsident Christian Wulff, Oberbürgermeister Wolfgang Griesert sowie weiteren Vertretern aus Politik und Verwaltung. 250 Euro spendete die Möwe daraufhin den Klimabotschaftern der Ursulaschule für ihr „Plastiktütenfreies Osnabrück“, an dem sich bereits mehr als 70 Geschäfte beteiligen.

Eine weitere Auktion solle folgen, diesmal veranstaltet von den Ursulaschülern, sagt Pohlmann. Dazu hatte im April bereits der Osnabrücker EU-Abgeordnete Timo Wölken sein „letztes Hemd“ gegeben – selbstredend signiert.

Projekt läuft weiter

Ein Ende des Nähprojekts der Möwe ist vorerst nicht in Sicht. „Solange Osnabrück nicht flächendeckend versorgt ist und die Ehrenamtlichen gewillt sind, das weiterzumachen, geht es weiter“, sagt Pohlmann. „Wir haben auch viele Idee, was man sonst noch nähen könnte.“


Mein letztes Hemd

Weitere Informationen zum Upcyclingprojekt gibt es bei der Möwe, Gabriele Pohlmann, Telefon 0541/5068812 oder E-Mail an pohlmann@moewe-osnabrueck.de.

Weitere zahlreiche Informationen zum Projekt „Plastiktütenfreies Osnabrück“ gibt es auf http://plastik.fokus-os.de.

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