Erste Osnabrücker Campus Nacht Spektakuläre Wissenschaftsshow begeistert 15.000 Zuschauer

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Osnabrück. Publikumsnah, innovativ und spektakulär – so präsentierten sich Universität und Hochschule Osnabrück bei der ersten Campus-Nacht, die nach Veranstalterangaben am Samstag 15.000 Besucher begeisterte. Unter dem Motto „Entdecken, staunen, erleben“ öffneten Wissenschaftler und Forscher ihre Türen, um Einblicke in ihre tägliche Arbeit zu gewähren.

„Mit der Campus-Nacht wollten wir unser Angebot für die Bürger sichtbar machen und Wissenschaft mitten in die Gesellschaft tragen“, erklärte Hochschulpräsident Andreas Bertram die Intention der groß angelegten Wissenschaftsshow. In 200 verschiedenen Veranstaltungen öffneten Forscher auf dem Campus Haste, dem Campus Westerberg sowie in der Osnabrücker Innenstadt Labore und Hörsäle, um auf unterhaltsame und innovative Weise, Wissenschaft berührbar und erfahrbar zu machen.

Knisternde Atmosphäre am Campus Westerberg

Auf dem Programm standen Experimente, Spiele, Workshops und Lesungen – eben Wissenschaft zum Anfassen und Spaßhaben. Für ein besonderes Highlight sorgte das Labor für Hochspannungstechnik der Hochschule Osnabrück, das am Campus Westerberg Blitze zu Musik tanzen ließ und mit Spannungen von bis zu 100.000 Volt eine knisternde Atmosphäre bot. Doch auch das Herbeiführen einer Mehlstaubexplosion, das Malen mit leuchtender Hefe oder das Erzeugen von Strom mithilfe von Zitronen standen hoch im Kurs.

Besonders gefragt waren bei Jung und Alt die zahlreichen Mitmachaktionen, die von psychologischen Tests bis hin zum Programmieren eigener Roboter reichten. Mithilfe spezieller Brillen konnten sich „Probanden“ an verschiedenen Stationen in eine virtuelle Welt versetzen lassen, und zum Beispiel auf einer Weltraumstation ums Überleben kämpfen. „Es hat sich sehr real angefühlt“, lobte Sven Hünnefeld (12) das technisch anspruchsvolle Angebot. Testpiloten kamen im Flugsimulator auf ihre Kosten und erhielten einen realistischen Eindruck vom Fliegen über den Wolken. Außerdem wurde eine Teststrecke für Elektro-Fahrzeuge aufgebaut.

(Weiterlesen: So lief die Osnabrücker Campus Nacht – Liveblog zum nachlesen)

Hochkultur am Osnabrücker Schloss

In der Osnabrücker Innenstadt präsentierten vor allem die Geistes- und Sozialwissenschaften ihr vielseitiges Angebot. Zahlreiche Lesungen und Vorträge luden zum Diskutieren und Fachsimpeln ein und nahmen Bezug zu aktuellen politischen Themen. Um die Grenzen der Satire ging es beim Moot Court, einer simulierten Gerichtsverhandlung, in der verschiedene Studenten als Anwälte gegeneinander antraten. Kulturelle Einblicke gab es bei der szenischen Lesung von Shakespeares „Julius Caesar“, die in englischer Sprache gehalten wurde.

Auf den Grünflächen vor der Schlossmensa sorgte ein Bewegungsparcours für sportliche Unterhaltung. Unter anderem durften Besucher mit einem Lacrosse-Schläger Dosenwerfen oder sich beim Bubble-Fußball – bei dem Spieler mit Luft gefüllte Plastikkugeln über ihren Oberkörper stülpen – austoben. „Das mit den großen Blasen war toll, damit konnte man sogar Purzelbaum machen“, erklärte der Neunjährige Cedric auf die Frage, was ihm am besten gefallen habe. Außerdem testeten Musikbegeisterte ihr Wissen über amerikanische Popkultur oder schulten mit Gesangseinlagen ihr eigenes stimmliches Vermögen.

Vogelzwitschern am Campus Haste

Am Campus Haste kamen Naturliebhaber auf ihre Kosten, die bei einem ornithologischen Abendspaziergang auf eine Reise zu den heimischen Vogelarten mitgenommen wurden. Ein Blick auf den Rasen der Zukunft bekamen Besucher bei Martin Thieme-Hack, Professor für Landschaftsbau an der Hochschule Osnabrück, der über den aktuellen Forschungsstand für Fußballrasen informierte, aber auch praktische Tipps für das heimische Grün präsentierte. Mintje Büürma und Christof Madejewski erklärten, wie sich ohne Wasseranschluss Kinder mit Seife die Hände waschen können.

Kulinarische Spezialitäten durften bei unterschiedlichen Verköstigungen ausprobiert werden, wozu auch das selbst gebraute „Haster Bier“ zählte, das ebenfalls am Campus Westerberg sowie in der Innenstadt ausgeschenkt wurde. Mit bunten Farbkombinationen und wilden Geschmacksnuancen, wie Erdbeer-Chili oder Cola-Lakritz-Kirsche, stellten Naschkatzen ihre eigenen Gummibären her. Außerdem erfuhren Interessierte beim „Mord im Gewächshaus“ mehr über den Einsatz von Nützlingen in der Natur.

Mehr Nachrichten von Hochschule und Universität Osnabrück finden Sie auf unserer Campusseite.

Science-Show und Feuerwerk

Untermalt wurde die erste Campus Nacht an allen drei Standorten von Live-Musik zahlreicher Künstler. In den Mensen am Schloss, am Westerberg sowie in Haste wurden Speisen und Getränke zu kleinen Preisen angeboten. Außerdem nutzten die Besucher das Angebot des Bus-Shuttles, der kostenlos zwischen den Veranstaltungsorten pendelte. „Die Campus-Nacht ist auch für die Wissenschaftler eine schöne Möglichkeit, ihre Expertise Laien näher zu bringen – egal ob Jung oder Alt, Kind oder Erwachsener“, so Andreas Bertram, der sich besonders über das bunt gemischte Publikum freute.

Einen krönenden Abschluss lieferte die Wissenschaftsshow der Chemiker Marco Beeken und Michael Buttke, die auf dem Mensa-Vorplatz am Westerberg mit sehenswerten Explosionen und zahlreichen Nebelschwaden für Aha-Momente sorgten. Es schloss sich ein Feuerwerk an, das um Mitternacht minutenlang den Himmel erleuchtete. „Wir sind überwältig, dass so viele Menschen zur ersten Campus-Nacht gekommen sind“, erklärte Ralf Garten, Pressesprecher der Hochschule Osnabrück.


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