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10.06.2017, 07:38 Uhr OSNABRÜCK-BELM

Radschnellweg: Muss der Spaß so viel kosten?

Kommentar von Rainer Lahmann-Lammert

Breit genug, um zu überholen: Zwischen Osnabrück und Belm soll ein Radschnellweg gebaut werden. Hier ein Beispiel aus Göttingen. Foto: dpaBreit genug, um zu überholen: Zwischen Osnabrück und Belm soll ein Radschnellweg gebaut werden. Hier ein Beispiel aus Göttingen. Foto: dpa

Osnabrück. 7,5 Millionen Euro für einen sechs Kilometer langen Radweg? Das ist eine Menge Holz. So ein Vorhaben hat wohl nur eine Chance, weil die Beteiligten ein Leuchtturmprojekt an den Start bringen wollen und das Geld aus überregionalen Quellen fließt. So erfreulich der breite politische Konsens für den Radschnellweg auch ist – es stellt sich die Frage, ob hier nicht mit deutscher Gründlichkeit über das Ziel hinausgeschossen wird.

Mit 30 Sachen über die Piste brettern, ohne störendes Autoblech, ohne rote Ampeln und ohne am Schinkelberg zu verzweifeln, das muss Spaß machen! Und genau darauf kommt es an, wenn mehr Menschen der Umstieg aufs Rad schmackhaft gemacht werden soll. Um den Vorrang der Pedalisten mit der Straßenverkehrsordnung in Einklang zu bringen, favorisieren die Planer in Osnabrück teure technische Lösungen. Besser wäre es, auf Wachsamkeit und Vernunft zu setzen.

In Belm muss wohl noch Überzeugungsarbeit geleistet werden, um das Misstrauen beim kleineren Partner zu überwinden. Hoffentlich gelingt das. Denn der Radschnellweg wird nur dann zum Erfolgsmodell, wenn alle an einem Strang ziehen.


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