Anschlag auf britische Kaserne Explosion und Schuss: Der IRA-Terror erreichte Osnabrück 1989

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Eine Baubude wurde 1989 beim Anschlag auf die britische Garnison in Osnabrück zerstört. Foto: ArchivEine Baubude wurde 1989 beim Anschlag auf die britische Garnison in Osnabrück zerstört. Foto: Archiv

Osnabrück. 1989 erreichte der IRA-Terror die Garnisonsstadt Osnabrück. Bei einem Bombenanschlag in Atter entstand aber nur Sachschaden.

Ein Tiefbauunternehmen hat den Auftrag, auf dem Gelände der Quebec Barracks im Osnabrücker Stadtteil Atter ein Regenrückhaltebecken anzulegen. Der Wachmann Günter Kittelmann aus Hilter soll aufpassen, dass die Pumpen auch nachts störungsfrei laufen.

Um 1.28 Uhr am 19. Juni 1989 stößt er auf seinem Rundgang auf einen Mann im Kampfschwimmeranzug. Der 63-jährige Frührentner leuchtet ihm mit der Taschenlampe ins Gesicht. Der entdeckte Froschmann gibt einen Schuss ab, der jedoch den Wachmann verfehlt. Mit dem Gewehrkolben schlägt er ihn nieder und flieht. Kurz darauf zerreißt die Detonation einer 150-Kilogramm-Bombe die Stille der Nacht.

Gebäude zerstört

Sie zerstört die Baubude des Wachmanns und einen Teil der benachbarten Schlafbaracken, richtet jedoch keinen Personenschaden an. Später findet man vier weitere Bomben, die der oder die Täter aufgrund ihrer Entdeckung nicht mehr zur Explosion bringen konnten. Fünf britische Soldaten, die in der Baracke schliefen, wären sonst getötet worden.

Schon bald ist klar, dass der Anschlag auf das Konto der PIRA, einer Abspaltung der IRA, geht. Osnabrück reiht sich damit in die Zielorte der sogenannten dritten Terrorwelle zwischen 1987 und 1990 ein, mit der die Terroristen die Loslösung Nordirlands aus dem Vereinigten Königreich erreichen wollten.

Tatverdächtige gefasst

Bei Intensivfahndungen werden fünf Tatverdächtige gefasst. In langjährigen Indizienprozessen erhalten sie Freiheitsstrafen zwischen neun und zehn Jahren.

Noch einmal wurde Osnabrück als größte britische Garnison auf dem Kontinent Ziel eines terroristischen Anschlags. Von der Ladefläche eines vor dem Tor der Quebec-Kaserne abgestellten Lieferwagens wurden am 28. Juni 1996 drei Mörsergranaten abgefeuert, von denen nur eine zündete. Zum Glück gab es wiederum keinen Personen-, aber erheblichen Sachschaden.


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