Thema Menschlichkeit „Best of Poetry Slam“ in Osnabrück

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Tobias Kunze eröffnete den „Best of Poetry Slam“. Er kam bis ins Finale. Foto: Thomas OsterfeldTobias Kunze eröffnete den „Best of Poetry Slam“. Er kam bis ins Finale. Foto: Thomas Osterfeld

Osnabrück. Aus ganz Deutschland hat Slam-Master Andreas Weber die Teilnehmer des „Best of Poetry Slam“ in der Lagerhalle am Donnerstag eingeladen. Mitveranstalter waren die Osnabrücker Freimaurer.

Im Publikum wird diskutiert. War der Auftritt gerade sieben Punkte wert? Oder doch acht oder gar neun? Im Grunde genommen ist alles wie immer beim Poetry Slam in der Lagerhalle. Einen Unterschied gibt es bei der Ausgabe von „Best of Poetry Slam – Die Poetry Slam Allstars“ aber doch: Mit „#human“, also menschlich, ist ein Thema für alle Texte vorgegeben.

Denn anlässlich des Jubiläums zum 300-jährigen Bestehen der Freimaurer ist die Osnabrücker Freimaurerloge „Zum Goldenen Rade“ Mitveranstalter. Deshalb begrüßt nicht nur Slam-Master Andreas Weber das Publikum, sondern auch Matthias Baethge, Meister vom Stuhl der Osnabrücker Freimaurerloge. Die Menschenliebe sei eines der großen Ideale der Freimaurer, erklärt Baethge.

Der Plan, die Menschlichkeit zum Thema zu machen, geht auf. Gut, einige Texte mögen sich eher „grob“ damit befassen. Doch dafür gibt es auch die Beiträge, die mehr als treffend sind.

Menschlich, allzu menschlich

Um mangelnde Zwischenmenschlichkeit geht es etwa gleich drei Mal in der ersten Runde. Da bringt Theresa Sperling (Nordhorn) einen Text über einen Blumenverkäufer am Straßenrand mit, der stetig weiterlächelt, obwohl alle auf ihn herabschauen. Theresa Hahl (Hamburg) greift das Thema mit zwischenmenschlichen und politischen Distanzen auf. Und wenn Florian Cieslik (Köln) über die metaphorischen Masken dichtet, die jeder Mensch trägt und hinter denen eigentlich nichts steckt, dann geht es eigentlich auch um mangelnde Zwischenmenschlichkeit.

Überhaupt kommen die nachdenklichen und kritischen Töne besser an als die lustigen. Micha El Goehre (Essen) und Dominik Bartels (Helmstedt) haben da in der ersten Runde das Nachsehen und müssen ausscheiden. Weiter ist dagegen ebenfalls Tobias Kunze (Hannover), der Zukunftsvisionen aus 80er-Jahre-Science-Fiction der nüchternen Realität aus AfD, Krieg und Klimawandel gegenüberstellt.

Mutterliebe siegt

Kunze und Sperling ziehen schließlich ins Finale ein, wo es knapp wird. Hier halten nicht mehr die zwölf Publikumsjuroren ihre Punktetafeln in die Höhe, sondern es entscheidet das gesamte Publikum per Applaus. Zwei Mal lässt Andreas Weber abstimmen, weil kaum zu unterscheiden ist, für wen mehr geklatscht wird.

Es siegt schließlich Theresa Sperling mit „Was ich meinen Söhnen nie selber sagen würde“, in dem es um den Zwiespalt einer Mutter geht, die ihren Kindern doch lieber eine heile Welt wünscht als ihnen die Wahrheit zu sagen. Auch das ist eben menschlich.

Und die Freimaurer? Er habe aus den Texten sehr viel über das Thema Menschlichkeit mitgenommen, so Matthias Baethge. „Wir sind zufrieden“, sagt er. Und das bedeute eine ganze Menge, fügt er hinzu.


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