Direktvermarktung in Bramsche Biolandhof Kruse hat sich spezialisiert auf Gemüse und Kartoffeln

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Rhabarber frisch vom Feld: Biolandbauer Michael Kruse weiß, was seine Kunden schätzen. Foto: Harald PreuinRhabarber frisch vom Feld: Biolandbauer Michael Kruse weiß, was seine Kunden schätzen. Foto: Harald Preuin

Bramsche. Biolandbauer Michael Kruse baut in Bramsche vor allem Gemüse und Kartoffeln an und verkauft seine Produkte im eigenen Hofladen und auf dem Wochenmarkt.

„Die meisten wollen zu frischem Spargel auch Frühkartoffeln aus der Region. Aber das geht nun mal nicht“. Beim Gang durch seine Kartoffelreihen im Freiland rupft Michael Kruse eine Pflanze aus dem Boden. Die jungen Kartoffeln haben jetzt Ende Mai gerade mal die Größe einer Kirsche, eindeutig zu klein für den Verkauf, und unreif dazu. Wo zu Spargel mit Frühkartoffeln eingeladen wird, sind ausländische Erdäpfel im Spiel, weiß Michael Kruse, die hat er allerdings nicht im Programm: „Da bin ich ein bisschen stur“.

Onlineverkauf über www.marktschwaermer.de

Kruse ist Biolandbauer, hat sich auf Gemüse und Kartoffeln spezialisiert. Seine Produkte setzt er nicht im Großhandel, sondern in seinem Hofladen an Wiechmanns Ecke 19 in Bramsche und auf dem Wochenmarkt ab. Zudem bietet er seine Ware im Onlineverkauf über www.marktschwaermer.de an. Der virtuelle Verkauf wird immer dienstags von 16.30 bis 18.30 Uhr real. Dann kann die bestellte Ware im Museum am Schölerberg abgeholt werden.

Erste Gehversuche im Bioanbau 1989

Kundenkontakt ist Kruse wichtig. Im persönlichen Gespräch findet er dann auch Verständnis dafür, dass er nur seine eigenen Frühkartoffeln vermarktet. Viele seiner Stammkunden üben sich in Geduld, bis Kruse Anfang bis Mitte Juni die jungen Kartoffeln im Angebot hat. Spargel gibt es dann noch bis zum 29. Juni. Der Schlemmerei des gesunden Gemüses aus der Region sind bis dahin keine Grenzen gesetzt. Dazu gehört natürlich auch Rhababer, der frisch vom Feld als Dessert sehr beliebt ist. Michael Kruse (57) hat seine ersten Gehversuche im Bioanbau 1989 nach seinem Abschluss an der Fachhochschule Osnabrück als Agraringenieur gemacht. 1994 bot sich die Gelegenheit, die Hofstelle in Bramsche mit zehn Hektar Land zu pachten. Von Beginn an wollte er Gemüse anbauen. Am Ziel hat sich bis heute kaum etwas geändert: drei Hektar Anbaufläche und sechs Deutsche Angusrinder sind hinzugekommen.

Mit 450 Freiland-Hühnern

Zum Hof gehören auch 450 Hühner, die im Freiland leben und stets Grünfutter bekommen. Dazu hat Kruse zwei mobile Ställe angeschafft, die einmal wöchentlich auf dem Grünland umgesetzt werden. Nach der Stallpflicht war es frappierend zu sehen, wie sich Farbe und Geschmack des Dotters nach einer Woche Grünland positiv verändert hatten, erzählt der Biolandbauer.

Milchprodukte, Wurst, Brot, Wein und Kuchen im Hofladen

Gemüse zieht Kruse im Freiland, aber auch in Foliengewächshäusern. Neben den Kulturpflanzen sprießen gerade jetzt Wild- und Unkräuter, die per Hand gehackt und gezupft werden müssen: Auf die Knie, fertig, los! Keine leichte Arbeit, besonders bei prallem Sonnenschein, auch wenn nicht im Akkord gearbeitet wird. Um die Kulturen kümmert sich neben Kruse dessen Lebensgefährtin Martina Heidebreck, die auch den vollsortierten Hofladen managt. Da geht es nicht nur um das eigene Gemüse, sondern auch um Bioware, die über einen Großhandel bezogen wird. So kommt das Sortiment zustande: Milchprodukte, Wurst, Brot, Wein, Kuchen und Trockenprodukte wie Nudeln, Reis, Erbsen und Linsen.

Kruse schwört auf die gute alte Linda

Bei der Arbeit in Haus, Laden und auf dem Feld kann Kruse auf die Mitarbeit einer Handvoll Stundenkräften setzen, die besonders zur Haupterntezeit gefragt sind. Und da gibt es fast alles, was der Gartenkalender beinhaltet: Zuerst die ganze Salatpalette von Kopfsalat über Eisberg-, Batavia- Eichblatt, Endivie bis Rucola. Dann folgen die Kohlsorten von Blumenkohl über Brokkoli bis Spitzkohl, schließlich Möhren, Rote Bete, Sellerie, Petersilienwurzel und Pastinaken, die man nur selten im Supermarktregal findet. Natürlich baut Kruse auch Gurken an, aber keine EU-genormten Salatgurken, sondern Gemüsegurken und Einlegegurken, die natürlich auch für den Salat verwendet werden können. Nicht zu vergessen sind die Kartoffeln, Kruse schwört auf die gute alte Linda, seine Kunden übrigens auch.

Sechs Angusrinder

Ob das nun am guten Boden in Bramsche liegt, an den Regeln des Biolandbaus oder an Kruses Düngerezept – es kommt wohl alles zusammen, was den Geschmack der Feldfrüchte ausmacht. Als Zwischenfrucht schwört Kruse auf Kleegras, das zur Familie der stickstoffsammelnden Leguminosen gehört, als Dünger verwendet er die Hinterlassenschaften seiner sechs Fleischrinder. Der Mist wird vor der Einsaat der Gemüsesorten gezielt auf die Flächen gestreut. Seine Deutschen Angusrinder mästet er wegen des guten Fleisches. Wenn es geschlachtet wird und Frischfleisch zu erwarten ist, gibt es im Hofladen einen Anschlag, so dass die Kunden ihre Wünsche anmelden können.


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