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Littera-Lesung in Osnabrück Feridun Zaimoglu liest aus „Evangelio“ im Blue Note

Auf Luthers Spuren: der Schriftsteller Feridun Zaimoglu.Foto: Hans Panichen_SVAuf Luthers Spuren: der Schriftsteller Feridun Zaimoglu.Foto: Hans Panichen_SV

Osnabrück. Am Montag, 12. Juni , wird Feridun Zaimoglu um 20 Uhr im Blue Note des Cinema-Arthouse seinen neuen Roman „Evangelio“ präsentieren, in dem er sich mit der Person und den Schriften von Martin Luther beschäftigt.

Mehrfach stand der nächste Gast des „ Littera “-Programms der Buchhandlung zur Heide mit seinen Bücher auf der Auswahlliste zum Deutschen Buchpreis. Jetzt kommt Feridun Zaimoglu, der neben seiner schriftstellerischen und journalistischen Arbeit auch als bildender Künstler arbeitet, zur Vorstellung eines ganz besonderen Buchs nach Osnabrück: Am Montag, den 12. Juni, wird er um 20 Uhr im Blue Note des Cinema-Arthouse seinen neuen Roman „Evangelio“ präsentieren, in dem er sich, natürlich herausgefordert durch das diesjährige Reformationsjubiläum, mit der Person und den Schriften von Martin Luther beschäftigt. Mit klingender Sprache, großem Kenntnisreichtum und dramatischer Zuspitzung erzählt er von einem Mann, der die Welt veränderte, einer Zeit im Umbruch und der Macht und Ohnmacht des Glaubens.

Zum Buch: 4. Mai 1521 bis 1. März 1522: Martin Luther hält sich auf der Wartburg auf. Gänzlich unfreiwillig, denn er ist auf Geheiß des Kurfürsten von Sachsen in Gewahrsam genommen worden. Dort sieht er sich größten Anfechtungen ausgesetzt, vollbringt aber auch sein größtes Werk: In nur zehn Wochen übersetzt er das Neue Testament ins Deutsche. Der große Sprachschöpfer Feridun Zaimoglu begibt sich nun genau in diese Zeit, auf diese Burg und in die Kämpfe, die der Verdolmetscher auszufechten hat.

Dazu bedient er sich eines Ich-Erzählers, der zwar eine erfundene Figur, aber äußerst faszinierend ist: Landsknecht Burkhard, ein ungeratener Kaufmannssohn, ist Martin Luther zum Schutze an die Seite gestellt. Seine Perspektive ist es, die den Blick auf das Leben, das Streben und die Qualen des Reformators eröffnet. Burkhard selbst ist Katholik und Anhänger des alten Brauchs und sieht Luthers Wirken mit Sorge. Er will nicht abfallen, nicht mit der Sitte brechen und muss doch den, der dieses tut, schützen und bewahren. Ja, er muss Luther sogar begleiten, als dieser heimlich die Burg verlässt und sich bei Melanchthon in Wittenberg aufhält. Und er muss Luther beistehen, als ihn die sogenannte Teufelsbibel in schlimmste Teufelsvisionen stürzt.

Zum Autor: Feridun Zaimoglu, geboren 1964 im anatolischen Bolu, lebt seit mehr als 45 Jahren in Deutschland. Er studierte Kunst und Humanmedizin in Kiel, wo er seither als Schriftsteller, Drehbuchautor und Journalist u.a. für Die Welt, die Frankfurter Rundschau, Die Zeit und die FAZ arbeitet. Er erhielt zahlreiche literarische Auszeichnungen, z.B. den Adelbert-von-Chamisso-Preis (2004), den Grimmelshausen-Preis (2007), den Jakob-Wassermann-Literaturpreis (2010) und den Preis der Literaturhäuser (2012). Im Jahr 2015 war er Stadtschreiber von Mainz, 2016 wurde ihm der Berliner Literaturpreis zugesprochen. Zuletzt erschien sein Roman „Siebentürmeviertel“.


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