Groß und nicht langweilig Gemeinsames Kunstprojekt von BBW und HHO am Berliner Carré

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Hingucker am Berliner Platz: Angehende Heilerziehungspfleger und Teilnehmer des HHO-Kunstcontainers vor dem spektakulären Ergebnis ihres gemeinsamen Kunstprojekts. Foto: David Ebener.Hingucker am Berliner Platz: Angehende Heilerziehungspfleger und Teilnehmer des HHO-Kunstcontainers vor dem spektakulären Ergebnis ihres gemeinsamen Kunstprojekts. Foto: David Ebener.

Osnabrück. Inklusive, vermittelnde Kunst auf Rädern: Zum 25-jährigen Bestehen der Kooperation zwischen dem Berufsbildungswerk (BBW) Osnabrücker Land und der Heilpädagogischen Hilfe Osnabrück (HHO) wurden aus Rostlauben Traumautos gemacht.

Ein echter Hingucker sind die beiden ungewöhnlichen Objekte, die noch bis zum 21. Juni den Vorplatz des Berliner Carrés der Sparkasse am Berliner Platz noch bunter machen als ohnehin. Die buchstäblich „abgefahrene“ Idee zu der Aktion hatten Schüler der Fachschule Heilerziehungspflege (HEP), die es ebenfalls seit einem Vierteljahrhundert gibt.

Nicht Papier oder Leinwand, sondern das Blech zweier ausgedienter Autos sollte als Untergrund für eine gemeinsame Malerei dienen, die das doppelte Jubiläum visualisiert. Gemeinsam mit zehn Teilnehmern des HHO-Kunstcontainers haben die angehenden Heilerziehungspfleger zwei Wochen lang Skizzen ausgearbeitet und die Ideen vielfarbig auf die Autos gebracht. Im Foyer des Carrés wird begleitend zum spektakulären Ergebnis des kreativen Kunstvermittlungsworkshops nicht nur anhand dieser Skizzen, sondern auch mit Fotos auf Staffeleien und Videoprojektionen dessen Entstehungsprozess dokumentiert.

Win-Win-Situation

Für die Schüler bedeutete das künstlerische Kollaborationsprojekt neben der gestaltenden Tätigkeit auch die Möglichkeit, praktische Erfahrungen in einem möglichen zukünftigen Arbeitsfeld zu erwerben. Für den Kunstcontainer war es mit den Worten seines Leiters Christoph Seidel eine impulsgebende „Vitalitätsspritze“, die den Prozess dessen „erfahrungs- und erlebnisorientierter“ Öffnung nach außen ein weiteres Stück vorangetrieben habe – zumal es sich um die erste nicht bloß interne Ausstellung handelt, die mit „offiziellem Charakter“ an einem Ort außerhalb der HHO zu sehen sei. Sie komme somit dem Ziel der „Teilhabe am gesellschaftlichen Leben“ näher.

Gelebte Inklusion

Als „gelebte Inklusion“ lobte HEP-Fachschulleiterin Jutta Schlochtermeyer die vielschichtige, praxisnahe Zusammenarbeit im Rahmen der musikalisch von einem Gesang plus Gitarren-Duo adäquat mit Road Songs umrahmten feierlichen Eröffnung der dreiwöchigen Ausstellung „Von Rostlaube zum Traumauto“. Sie habe schon als Kind die „ganzen nur einfarbig angemalten Autos langweilig“ gefunden, sagte Kunstcontainer-Teilnehmerin Eilika Lanfermann im Dialog mit den Berufsschülerinnen im zweiten Jahr Saskia Struckmann und Laura Passe. Auch ihrem Kollegen Siegfried Schulz hat die Arbeit gut gefallen, obwohl – oder gerade weil - er vorher „noch nie so etwas Großes angemalt“ habe. Für ein Jubiläumsprojekt, dessen großartiges Ergebnis an einem zentralen Ort in der Stadt Neugier weckt.


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