Erweitertes Angebot für Jugendliche Ferienpass Osnabrück mit umstrittenen Angeln

Von Matthias Liedtke und Jörg Sanders

Wer sich den Ferienpass 2017 angelt, kann nicht nur baden gehen: Die Cover-Stars Thure (8 Jahre, hinten Mitte), Jara (9, vorne links) und Ida (8, vorne rechts) präsentieren mit ihren Geschwistern Ida (6, hinten links) und Philip (5, hinten rechts) das dicke Programmheft vor dem Haus der Jugend. Foto: Michael GründelWer sich den Ferienpass 2017 angelt, kann nicht nur baden gehen: Die Cover-Stars Thure (8 Jahre, hinten Mitte), Jara (9, vorne links) und Ida (8, vorne rechts) präsentieren mit ihren Geschwistern Ida (6, hinten links) und Philip (5, hinten rechts) das dicke Programmheft vor dem Haus der Jugend. Foto: Michael Gründel

mali/yjs Osnabrück. Ein dickes Programm bietet der Ferienpass der Stadt Osnabrück in seinem 44. Jahr allen daheimgebliebenen Kindern und Jugendlichen zwischen 5 und 17 Jahren. Neben Altbewährtem – wie der nicht unumstrittenen Angelaktion – gibt es dabei vom 22. Juni bis zu 2. August auch viel Neues zu entdecken.

Ein Schwerpunkt liegt auf einem dem Ferienpass beigelegten, kalendarisch geordneten Sonderprogramm, das speziell auf die ältere Zielgruppe der Teenager ab 13 Jahren zugeschnitten ist. Diese hatte den Pass bislang vornehmlich dazu genutzt, um zu einem vergünstigten Eintrittspreis die Bäder zu besuchen. Fahrten zum Einkaufszentrum „Waterfront“ Bremen oder zum Bremer Kulturfestival, ins Phantasialand in Brühl oder zur Emsgalerie in Rheine gehören ebenso zu diesem Spezialangebot für Jugendliche wie sportliche Herausforderungen in Form von Longboard- oder Kletterkursen sowie Billard-, Kicker-, Basketball- oder Playstation-Turnieren.

Inhaltlich-pädagogische Ausrichtung

Kreativworkshops zur Erstellung eigener Taschen, Songs oder auch Videos für das neue Magazin Ferienpass-TV unterstreichen mit ihrem hohen Aufforderungs- und Lerncharakter die „inhaltlich-pädagogische“ Ausrichtung dessen, was Fachdienstleiter Hans-Georg Weisleder als „Ferienpass plus“ bezeichnet. Angesichts des seit 15 Jahren unverändert stabilen Preises von zehn Euro werde das Angebot „immer günstiger“, betont er. Kinder aus Familien mit Osnabrück-Pass erhalten den Ferienpass auch in diesem Sommer wieder gratis, und für solche mit Handicap steht einmal mehr ein integrativer Begleitdienst bereit.

Aus insgesamt rund 650 einzelnen Ausflugs-, Spiel-, Sport- und Kreativangeboten von und an 22 unterschiedlichen Veranstaltungsorten kann sich jeder das Passende heraussuchen – von der Eröffnungsfeier mit den Groove Onkels im Innenhof des Hauses der Jugend bis zu den Abschlussveranstaltungen in den einzelnen Stadtteilzentren.

Umstrittene Angelaktion fehlt im Programmheft

Auch in diesem Jahr wird die zuletzt äußerst umstrittene Angelaktion voraussichtlich im Programm sein. Wer sie aber im gedruckten Programmheft sucht, wird sie nicht finden. Die Niedersächsisch Westfälische Anglervereinigung als Ausrichterin habe lediglich versäumt, rechtzeitig vor Redaktionsschluss ein Angebot abzugeben, sagte Sven Jürgensen, Sprecher der Stadt auf Nachfrage unserer Redaktion. „Sobald ein rundes Angebot vorliegt, das den Bestimmungen entspricht, nehmen wir das online auf“, ergänzt der Sprecher.

Die städtische Jugendpflege hatte das Angeln wegen ethischer Bedenken aus dem Programm gestrichen. Zuvor hatte die

Tierrechtsorganisation Peta sogar versucht, eine Strafverfolgung der Anbieter durchzusetzen. Der Vorwurf: Tierquälerei. Die Staatsanwaltschaft winkte jedoch ab. Nach intensiver Diskussion beschloss die Stadt, die Angelaktion wieder ins Programm zu nehmen. Allerdings sollen

sich die Inhalte und die Gruppengröße mehr als bisher an der Altersstruktur und am Reifegrad der angemeldeten Kinder orientieren.

Neben vielen etablierten und beliebten Veranstaltungen wie etwa den Fahrten in umliegende Freizeitparks habe man sich bei der Programmgestaltung viel Mühe gegeben, mit einem stärkeren Fokus auf Sport, Musik und Medien den „neuen Zeitgeist“ zu treffen, wie Elisabeth Egbers sagte, die das Ferienpass-Angebot seit mehr als 30 Jahren koordiniert. Sie freut sich vor allem auf die Spielplatzsanierung am Gut Sandfort, die Mädchen-Aktionstage, das „Weekend of Sports“ und die Abenteuertage im Stadtteiltreff Haste, die unter dem Motto „Harry Potter“ stehen werden.

Vieles hängt vom Wetter ab

Da es sich bei der Mehrzahl der Angebote um Outdoor-Aktivitäten handelt, hoffen die Verantwortlichen auf besseres Ferienwetter als zuletzt, um die letztjährige Marke von etwa 7700 Ferienpässen (davon rund 3000 unentgeltlich) zu übertreffen. Denn gerade die Vielzahl der Möglichkeiten, in den Ferien draußen oder in freier Natur etwas zu unternehmen und auszuprobieren, mache den Reiz des Angebots aus, sagte Gizem Yüce, die als Neuling im Ferienpassbüro besonders gespannt auf die Kinderstadt im Haus der Jugend ist, die im vergangenen Jahr mehr als 100 Teilnehmer mitgestaltet haben.

Noch vor dem offiziellen Verkaufs- und Abgabestart am Donnerstag, 1. Juni, wurden die ersten druckfrischen Ferienpässe an Thure, Ida und Jara überreicht – mitsamt dem Programmheft, auf dem sie als Titelstars zu sehen sind.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN