Graf-Stauffenberg-Gymnasium Osnabrück Pensionierter Lehrer fertigt Sonnenuhr

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Rolf Steffen zeigte bei der Einweihungsfeier noch einmal ein Foto der alten, bunten Sonnenuhr. Foto: Michael GründelRolf Steffen zeigte bei der Einweihungsfeier noch einmal ein Foto der alten, bunten Sonnenuhr. Foto: Michael Gründel

Osnabrück. An der Ostwand des sogenannten U-Trakts des Graf-Stauffenberg-Gymnasiums (GSG) hängt seit Kurzem wieder eine Sonnenuhr, die bei klarem Wetter von 8 bis 13 Uhr die Uhrzeit anzeigt. Erdacht und gefertigt hat dieses mathematische Kunstwerk Rolf Steffen, der vor 25 Jahren auch schon das Vorgängermodell entwickelte hatte.

36 Jahre lang, bis 2007, war Steffen am GSG Lehrer für Mathematik, Physik und Informatik. Schon zum Jubiläum, mit dem 1990 das 25-jährige Bestehen des Gymnasiums gefeiert wurde, hatte er der Schule eine 14 Quadratmeter große Doppel-Sonnenuhr geschenkt. Auch bei der damaligen Version zeigten zwei geschwungene Koordinatensysteme die Uhrzeit für je ein Halbjahr bis zur Sonnenwende an. „Die geraden Stundenlinien, wie man sie von historischen Sonnenuhren kennt, sind nicht exakt“, erklärte Steffen dazu. Seine Sonnenuhr berücksichtige die unterschiedlichen Geschwindigkeiten, mit denen die Erde auf ihrer Ellipsenbahn um die Sonne unterwegs ist. „Diese Schwankungen kann man durch die gebogenen Linien kompensieren.“

Die alte Uhr musste nach zehn Jahren abgenommen werden, da ihre bunten Acrylfarben bis zur Unkenntlichkeit verblasst waren. Bei der neuen Version, die auf die Rückseite der alten Uhr montiert wurde, hat Steffen deshalb Wert auf Langlebigkeit gelegt: In akribischer Kleinarbeit hat er die geschwungenen Linien auf Din-A4-Blättern ausgedruckt, die Blätter exakt durchnummeriert und anschließend Blatt für Blatt auf eine Dibond-Platte gelegt und durchgepaust. „Alle Linien, Zahlen, Monatsabkürzungen und Texte habe ich Freihand in die Platte gefräst“, berichtete Steffen. Gut drei Monate habe er dafür gebraucht.

Schatten zeigt die Uhrzeit

„Unsere Schüler finden das interessant“, bemerkte Schulleiter Josef Krotzek. Schon oft habe er beobachtet, dass sie nach oben schauen und anfangen zu diskutieren, wie die Uhr zu lesen ist. Hat man das Prinzip allerdings einmal verstanden, erkennt man die Uhrzeit auf den ersten Blick: Als erstes muss man das richtige Halbjahr auswählen und dann auf der geschwungenen y-Achse den richtigen Monat suchen. Bei Sonnenschein liegt der Endpunkt des Schattenwurfs des auf die Uhr montierten Stabs dann in einem der Uhrzeit-Felder in der entsprechenden Monatsleiste – wobei dieser Punkt alle 15 Minuten eine Linie durchkreuzt. Klingt komplizierter, als es in der Praxis ist.

Im Unterschied zu historischen Sonnenuhren, die von Dorf zu Dorf etwas anderes eingeteilt waren, zeigt Steffens Sonnenuhr die exakte Mitteleuropäische Zeit (MEZ) beziehungsweise Mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ) an.

Foto: Michael Gründel

2000 Euro vom Förderverein

Der GSG-Förderverein, in dem auch viele ehemalige Lehrer des Gymnasiums engagiert sind, finanzierte die neue Sonnenuhr aus Anlass des 50-jährigen Bestehens der 1965 gegründeten Schule, das im vergangenen Schuljahr gefeiert wurde. „Wir haben etwa 2000 Euro für die Materialkosten dazugegeben“, berichtete der Vorsitzende Björn Meyer. Gefertigt habe Rolf Steffen die neue Uhr dann ganz in ehrenamtlicher Arbeit.


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