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29.05.2017, 18:04 Uhr KLAUSTROPHOBISCH

Die deutsche Bürokratie und die Flüchtlinge in Osnabrück

Ein Kommentar von Sandra Dorn


Die Umzäunung hat etwas Klaustrophobisches. Foto: Gert WestdörpDie Umzäunung hat etwas Klaustrophobisches. Foto: Gert Westdörp

Osnabrück. Ja, es gibt sie noch, die Sammelunterkünfte für Geflüchtete in Osnabrück. Seit der Ansturm der Hilfesuchenden abgeebbt ist, denkt kaum noch jemand daran. Aber die Menschen sind da.

Und sie warten. Über 900 von ihnen leben in Notunterkünften, verteilt über das Stadtgebiet. Weiterhin kommt das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge kaum hinterher, etliche Verfahren ziehen sich schier endlos hin.

Dass die mehr als 200 geflüchteten Sudanesen am Limberg komplett eingezäunt leben, ist ein weiteres negatives Musterbeispiel für deutsche Bürokratie. Wer aus einem Land flüchtet, in dem er verfolgt wird, den mutet solch eine Unterkunft nicht gerade vertrauenerweckend an – Verkehrssicherungspflicht hin oder her. Auch wenn die Bewohner über einen (natürlich eingezäunten) Nebeneingang jederzeit ihre Unterkunft betreten und verlassen können: Es hat etwas Klaustrophobisches.


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