Stress wegen Nokta-Terrasse Nokta-Betreiber hofft auf Kompromiss mit der Stadt

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Osnabrück. Das sonnige Wetter sorgt dafür, dass die Außengastronomie boomt. Auch das seit einem Jahr mit türkisch-mediterraner Karte erfolgreiche Restaurant Nokta am Güterbahnhof hat pünktlich zum Sommergeschäft einen rund 400 Quadratmeter großen Terrassenbereich fertiggestellt, aber ein Problem: Es fehlt die Baugenehmigung.

Anfang Mai hat Betreiber Sedat Müstak das Einjährige am Standort gefeiert. Das Nokta ist mit einem vom Mittelmeer-Raum geprägten Speisen-Angebot und südosteuropäischer Herzlichkeit im nicht einfachen Güterbahnhof-Umfeld zu einer der angesagten Gastro-Adressen in der Stadt geworden. Das Erfolgsrezept: Modernes, offenes Ambiente mit einer Bar und verspielten Deko-Elementen wie Kronleuchtern sowie eine Küche, die auf Qualität wert legt.

Bisher kein Wegerecht zum Gebäude

Zum Start ins zweite Jahr ist mit großem Aufwand der Außenbereich hergerichtet worden – einschließlich einer ausfahrbaren Überdachung und Sonnenschirmen. Doch bei der notwendigen Genehmigung gibt es ein Deja-vu zur Eröffnung Mitte vergangenen Jahre: Auch damals lag keine Baugenehmigung vor. Hintergrund ist hier gewesen, dass Vermieterin Lebensquelle diese im Vorfeld nicht als notwendig angesehen hatte, da von der Stadt für ein früheres Objekt an der Stelle eine unbefristete Genehmigung als Schank- und Speisewirtschaft ausgestellt worden sei.

Der 32-jährige Sedat Müstak hat anschließend in Gesprächen mit der Stadt eine Übergangsregelung erreicht und die notwendigen Unterlagen für eine Genehmigung eingereicht. Das Verfahren läuft noch, da bis heute eine wichtige Unterschrift von Flächeneigentümer „3G Group“ bezüglich des Wegerechts fehlt. Noch immer verfügt das Nokta offiziell über keine Zuwegung zum Gebäude. Hier zeichnet sich aber eine endgültige Klärung und die notwendige Eintragung ins Grundbuch ab.

Beim neuen Außenbereich gibt es erneut Komplikationen. Denn eine Baugenehmigung kann nicht eher erteilt werden, bis die Zugangsfrage geklärt ist. Somit sind die Veränderungen hier ohne die baurechtlichen Anforderungen erfolgt.

Das Problem wird sich diesmal aber wahrscheinlich schwieriger als vor einem Jahr lösen lassen. Denn die 400-Quadratmeter-Terrasse ragt in die Fläche hinein, die nach dem Bebauungsplan künftig als Erschließungs- und Kreuzungssituation für den neu zu gestaltenden Zugangsbereich des Güterbahnhof-Areals an Frankenstraße/Hamburger Straße vorgesehen ist.

Da Grundeigentümer 3G Group und Vermieter Lebensquelle gegen den Bebauungsplan klagen, ist kaum davon auszugehen, dass die Stadt hier ein Prozess-Risiko eingeht. Bei einer Genehmigung der derzeitigen Außenbereich-Ausmaße würde deutlich, dass die Stadt die Planfestsetzungen selber nicht beachtet.

Otte: Teilrückbau einzige Lösung

Baudezernent Frank Otte lässt hier auch keine Kompromissbereitschaft erkennen: „Da ist ein Teilrückbau die einzige Lösung, und zwar in dem Umfang, dass die vorgesehene Verkehrsfläche beachtet wird.“

Nokta-Betreiber Sedat Müstak und Partnerin Natalia Bassauer hoffen, dass bis der Bebauungsplan rechtskräftig wird, was noch eine Zeit dauern könne, eine Zwischenlösung möglich ist. Der strittige Bereich betrifft nach ihren Angaben einen kleinen, zur Hamburger Straße gelegenen Teil des Zugangs mit dem Springbrunnen, der rund zehn Prozent der gesamten Außenfläche des Lokals ausmache.


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