Zwei Auftritte in Osnabrück Wilfried Schmickler liebt die Lagerhalle

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Schon vor einem Jahr präsentierte Wilfried Schmickler in der Lagerhalle sein aktuelles Programm „Das Letzte“. Foto: Michael GründelSchon vor einem Jahr präsentierte Wilfried Schmickler in der Lagerhalle sein aktuelles Programm „Das Letzte“. Foto: Michael Gründel

Osnabrück. Wilfried Schmickler präsentiert in der Lagerhalle an zwei Abenden sein Programm „Das Letzte“. Im Interview sprachen wir mit dem rheinischen Grantler über Fußball, Medien, Wortschöpfungen und Lampenfieber.

Herr Schmickler, Ihr Metier ist das Kabarett, in dem die Politik nicht zu kurz kommt. Woher beziehen sie bevorzugt ihre Themen und Informationen?

In der Regel ist meine erste Informationsquelle die Tageszeitung. Beim Lesen habe ich meine Ruhe. Ich kann etwas zweimal lesen, wenn ich es nicht richtig verstanden habe. Daher ist mir die Zeitungslektüre wichtiger als die Fernsehnachrichten am Abend.

Das heißt, Sie sind Traditionalist, der sich nach dem Aufstehen mit einer Zeitung an den Frühstückstisch setzt?

Genau. Das Erste, was ich morgens mache, ist, die drei bis vier Zeitungen zu lesen, die ich für wichtig halte.

Bekommen Sie ob der Informationen, die Sie da serviert bekommen, keine schlechte Laune?

Damit das nicht passiert, lese ich zuerst den Sportteil. Aber als gebürtiger Leverkusener bekomme ich dann auch schlechte Laune.

Ich habe aber gehört, dass sie seit geraumer Zeit Fortuna Köln-Fan sind.

Das ist richtig, ich bin Fortuna Köln-Mitglied. Interessanterweise spielte die Fortuna jetzt in derselben Liga wie der VfL Osnabrück. Leider haben wir euch jetzt die Aufstiegschancen versaut. Aber wir brauchten die Punkte selbst.

Apropos Osnabrück. Sie haben Ihr aktuelles Programm „Das Letzte“ vor ziemlich genau einem Jahr bereits in der Lagerhalle präsentiert. Jetzt geben Sie es dort noch einmal an zwei Abenden. Da könnten Sie auch vor genauso viel Leuten mit einem Abwasch in der Osnabrückhalle auftreten.

Das ist richtig. Aber die Lagerhalle ist einfach einer meiner Lieblingsauftrittsorte in Deutschland. Grundsätzlich finde ich schon einmal das Konzept eines soziokulturellen Zentrums klasse. Außerdem wird der Laden gut in Schuss gehalten, er ist ausgezeichnet organisiert und bietet ein vielfältiges Angebot. Ich bin einfach unheimlich gern in der Lagerhalle. Und die Räume sind schön.

Nicht nur Komödianten, auch Kabarettisten arbeiten heute gern mit modernen Medien. Wird man bei Ihnen demnächst auch Filmchen, Fotos und Ähnliches zu sehen bekommen?

Alles was dazu beiträgt, einen Abend unterhaltsam zu gestalten, ist erlaubt. Mir ist der Aufwand mit solchen Sachen allerdings zu groß und das Risiko, dass etwas schief geht. Man macht sich schnell von der Technik abhängig. Außerdem: Ich kenne mich mit diesen Medien gar nicht so gut aus. Ich bin ja ein Oldschool-Kabarettist. Einer von der aussterbenden Sorte.

Fummeln Sie eigentlich lange an ihren Formulierungen herum?

Oh ja. Ich bin nicht spontan. Ich muss meine Texte alle vorgeschrieben haben und ich brauche sehr lange, bis ich mit dem zufrieden bin, was ich geschrieben habe. Mir fliegt nichts zu. Ich stehe immer an der falschen Stelle und die Sachen fliegen dann an mir vorbei.

Aber Sie tragen ihre wohl gewählten Texte ja nicht auswendig vor…

Nein. Ich bin ja nicht einer von den Kabarettisten, die so tun, als würde ihnen das, was sie sagen, gerade in dem Moment einfallen. Ich trage Texte vor. Und dann moderiere ich den Vortrag. Das ist das Konzept. Auch, wenn ich den Text nicht wirklich zum Ablesen brauche: Wenn der auf der Bühne nicht vor mir läge, bekäme ich sofort Panik.

Haben Sie trotz Ihrer Jahrzehntelangen Erfahrung noch Lampenfieber?

Klar. Gerade an Orten wie Osnabrück, an denen ich schon so oft aufgetreten bin und wo das Publikum mit guten Kabarettprogrammen verwöhnt wird.

Passiert es denn auch, dass Sie nach Ihrem Auftritt unzufrieden sind?

Ich bin immer unzufrieden, weil immer etwas so läuft, wie ich mir das nicht vorgestellt habe. Mein Programm ist ja extrem getaktet. Da geht es viel um Timing. Wenn da etwas verrutscht, weil ich nicht in Form oder mit den Gedanken woanders bin, dann ärgere ich mich hinterher maßlos. Schließlich haben die Zuschauer Eintritt bezahlt und es verdient, dass ich mein Bestes gebe.

Wilfried Schmickler: „Das Letzte“. 26. und 27. Mai, jeweils 20 Uhr, Lagerhalle Osnabrück.


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