Wie arbeiten Bio-Baumschulen? Osnabrücker Baumschule „Grüner Zweig“ setzt auf Bio


Osnabrück. Die Baumschulen „Grüner Zweig“ in Osnabrück und die „Bioland Baumschule – Aloys Pöhler“ in Höltinghausen (Landkreis Cloppenburg) verzichten auf chemische Pflanzenschutzmittel, Gentechnik und setzen stattdessen auf Bio. Was macht Bio-Baumschulen aus?

Die Bio-Baumschule „Grüner Zweig“ im Osnabrücker Stadtteil Atter sieht nicht aus wie eine typische Baumschule, bei der unzählige Bäume in einer Reihe in die Höhe wachsen.

Die circa ein Hektar große Baumschule von Jürgen Schmitte und Jörg Bödding kommt eher wie eine Mischung aus einem Bauernhof und einem großen Garten daher. Zwischen den Bäumen und Sträuchern laufen ein Hahn und drei Hühner herum und picken im Gras. Aus einer anderen Ecke lugen Gänse. Im hinteren Teil des Grundstücks leben eingezäunt drei kastanienfarbene Kamerunschafe. In einem Gewächshaus wachsen Tomaten – das Grundstück wird natürlich gehalten.

Nachhaltige Erzeugung als Ziel

Seit 30 Jahren betreiben Schmitte und Bödding die Bio-Baumschule an der Wersener Landstraße. Die beiden Inhaber haben sich auf Garten- und Landschaftsbau spezialisiert, die Baumschule ist ein eigener Bereich ihres Betriebes.

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Das Aussehen des Betriebes entspricht nicht einer konventionellen Baumschule – und auch die tägliche Arbeit der beiden Besitzer tut es nicht. Zu Schmittes Aufgaben gehören zum Beispiel auch das Füttern der Tiere und die Gartengestaltung von Kunden.

„Wir haben eigentlich von Anfang an biologisch gearbeitet, dem Bioland-Verband sind wir aber erst 2002 beigetreten und haben damit auch eine Zertifizierung bekommen“, sagt Schmitte.

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„Bioland“ ist ein Verband für ökologischen Landbau. Nach eigenen Angaben wirtschafteten im Jahr 2016 über 6.100 Betriebe nach den Bioland-Richtlinien. Das entspräche einer Fläche von über 300.00 Hektar. Ziel der täglichen Arbeit sei die nachhaltige Erzeugung hochwertiger und gesunder Lebensmittel. Außerdem soll eine ökologische, ökonomische und sozial verträgliche Alternative zur traditionellen Landwirtschaft entwickelt werden.

Heimische Arten werden bevorzugt

Auch Baumschulen, Kräuterbetriebe und Zierpflanzen-Gärtnereien gehören zu Bioland-Mitgliedern – bundesweit gibt es nach Angaben des Verbandes rund 40 Bioland-Betriebe mit einem Betriebsschwerpunkt „Baumschulen“. Die Baumschulen verzichten bei ihrer Arbeit auf chemische Pflanzenschutzmittel, synthetische Dünger oder Gentechnik. Bioland zertifizierte Baumschulen achten nach Angaben des Verbandes außerdem bei der Auswahl der Bäume auf heimische Arten. Diese seien an die klimatischen Bedingungen besonders gut angepasst. Schmitte von der Baumschule „Grüner Zweig“ sagt: „Ich kann mich auf die eigenen Pflanzen verlassen und weiß, was ich unseren Kunden verkaufe“.

Bio muss nicht teurer sein

Aloys Pöhler, Gründer und Inhaber der Bioland- Baumschule in Höltinghausen, entschied sich noch aus einem anderen Grund für einen biologischen Anbau: „Ich wollte keine Chemie verwenden, weil ich das weder dem Boden, der Luft und auch nicht meinen Mitarbeitern antun wollte, dass sie mit giftigen Stoffen in Berührung kommen“.

Pöhler gründete seine Baumschule im Jahr 1983. Mittlerweile ist der Betrieb 7,5 Hektar groß und führt mehr als 2000 verschiedene Gehölzsorten.

Er bedauert, dass es bisher kein großes Bewusstsein und auch keinen großen Markt für ökologisch gezogene Bäume und Sträucher gibt – wie es zum Beispiel im Nahrungsmittelsektor der Fall ist. Dabei seien ökologisch angebaute Gehölze nicht unbedingt teurer als konventionelle. Etwa ein Drittel seiner Kunden fragen gezielt nach ökologisch gezogenen Gehölzen.

Die Frage, wie Schmitte seine Kunden einordnen würde, kann er nicht richtig beantworten. Sie seien schlicht keiner Kategorie zuzuordnen. Schließlich sagt er: „Es sind naturbewusste Menschen“.

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