Kundgebung auf Marktplatz Polizei bezweifelt Hitlergruß auf AfD-Veranstaltung in Osnabrück

Von Sven Kienscherf

Die Polizei bezweifelt, dass ein Mann am 18. April auf der AfD-Veranstaltung auf dem Marktplatz den sogenannten Hitlergruß gezeigt hat. Screenshot: noz.deDie Polizei bezweifelt, dass ein Mann am 18. April auf der AfD-Veranstaltung auf dem Marktplatz den sogenannten Hitlergruß gezeigt hat. Screenshot: noz.de 

Osnabrück. Die Polizei bezweifelt, dass ein Mann am 18. April auf der AfD-Veranstaltung auf dem Marktplatz den sogenannten Hitlergruß gezeigt hat. Der polizeiliche Staatsschutz stütze sich dabei auf Zeugenbefragungen und Videoanalysen, sagte ein Polizeisprecher gegenüber unserer Redaktion.

Zwar läuft aktuell gegen den unbekannten Mann noch ein Ermittlungsverfahren. Das sei aber an die Staatsanwaltschaft abgegeben worden, die über den weiteren Fortgang entscheiden müsse, sagte der Polizeisprecher. „Nach den polizeilichen Ermittlungen ist es fraglich, ob der Mann den Hitlergruß gezeigt hat.“ (Weiterlesen: Polizei Osnabrück sucht Straftäter nach AfD-Kundgebung)

Einschätzung fraglich

Die Einschätzung der Polizei erscheint zumindest fraglich. Viele Beobachter, darunter auch Mitglieder unserer Redaktion, hatten die Geste des Mannes eindeutig als Hitlergruß wahrgenommen.

Auf einem Video unserer Redaktion ist zu sehen, dass umstehende Polizisten zwar einen freien Blick auf den Mann hatten. Allerdings schritten die Beamten nicht ein.

Die Polizei war nach eigenen Angaben erst von Nutzern der Sozialen Netzwerke, auf denen das Video geteilt wurde, auf den Mann aufmerksam gemacht worden. Auch die anwesenden Polizeibeamten seien befragt worden. Was die Beamten dabei zu Protokoll gaben, teilte die Polizei nicht mit.

Das Zeigen des sogenannten Hitlergrußes ist in Deutschland eine Straftat (Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen) und wird entsprechend verfolgt.