Claudia Roth hält Laudatio Rosa-Courage-Preis mit Überraschung für Volker Beck in Osnabrück

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Osnabrück. Der Bundespolitiker Volker Beck (Grüne) hat am Montagabend den Rosa-Courage-Preis im Friedenssaal des Osnabrücker Rathauses entgegengenommen. Die Laudatio hielt als Überraschungsgast die Preisträgerin von 1995: Claudia Roth.

„Wenn ich schon nerve“, sagte die Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth (Grüne), „was bitte tut dann Volker Beck!“ Gelächter. „Vor allem Du, lieber Volker, weißt, wie positiv ich das meine.“ Seit 30 Jahren kennen sich die beiden schon. Als Becksche Eigenschaften im Kampf für Gleichberechtigung und Respekt zählte Roth auf: „Hartnäckigkeit, Raffinesse, Verhandlungsgeschick, sehr langer Atem und die kompromisslose Ablehnung jeder Form von Diskriminierung.“ (Weiterlesen: Volker Beck im Interview: Eigentlich bin ich ein konfliktscheuer Mensch)

1987 hatte der offen homosexuelle Volker Beck seinen Job als Schwulenreferent der Grünen-Bundestagsfraktion angetreten, 1994 wurde er in den Bundestag gewählt und hat nicht nur dort für die Menschenrechte gekämpft. „Er ist raus“, so Roth: „Nach Istanbul, nach Moskau, nach Warschau... nach München.“ Gelächter, Applaus.

Der Mythos des Sisyphos

„Es hat etwas von Sisyphosarbeit“, sagte Beck, zitierte aber gleich Albert Camus: „Wir müssen uns Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen.“ Den Preis wollte er nicht nur für sich alleine entgegennehmen, sondern „für alle, die an meiner Seite, hinter mir, vor mir gekämpft haben.“ Seit er im Bund 2001 die eingetragene Lebenspartnerschaft für Homosexuelle durchgesetzt hat, bekomme er zu hören, die weitere Diskussion über die Öffnung der Ehe für alle sei Klamauk. „Das ist kein Klamauk. Es geht um nichts mehr oder weniger als unser Menschenrecht“, so Beck. „Ja, Schwule , Lesben und Transgender sind anders. Aber sie haben den gleichen Anspruch auf die gleichen Rechte.“

Der Rosa-Courage-Preis wird in Osnabrück seit 1992 während der schwul-lesbischen Kulturtage ,,Gay in May“ verliehen – für herausragendes Engagement für die Belange von Lesben und Schwulen.


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