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Entscheidung ist gefallen OMT bringt kein eigenes Shoppingportal für Osnabrück an den Start

Die Osnabrück Marketing und Tourismus GmbH (OMT) wird nun doch kein eigenes Shoppingportal für die Osnabrücker Innenstadt an den Start bringen. Profitieren wird dadurch wohl vor allem das Portal inosna.de. Foto: Michael GründelDie Osnabrück Marketing und Tourismus GmbH (OMT) wird nun doch kein eigenes Shoppingportal für die Osnabrücker Innenstadt an den Start bringen. Profitieren wird dadurch wohl vor allem das Portal inosna.de. Foto: Michael Gründel

Osnabrück. Die Osnabrück Marketing und Tourismus GmbH (OMT) wird nun doch kein eigenes Shoppingportal für die Osnabrücker Innenstadt an den Start bringen. Das bestätigte OMT-Chefin Petra Rosenbach unserer Redaktion.

Die Entscheidung gegen ein eigenes Portal mit einem Branchenverzeichnis für die Händlersuche sei nach vielen Gesprächen unter anderem mit dem Einzelhandel, Oberbürgermeister Wolfang Griesert und dem OMT-Aufsichtsrat gefallen, sagt Rosenbach. Eine Rolle dabei spielt offenbar auch die drohende Konkurrenzsituation mit dem schon bestehenden Online-Portal der Osnabrücker Agentur Thomax. Deren Seite inosna.de ist bereits seit Wochen scharfgeschaltet und wirbt im Osnabrücker Einzelhandel für die kostenpflichtige Teilnahme. „Es ist nicht Aufgabe des Stadtmarketings, einem privaten Anbieter Konkurrenz zu machen“, so Rosenbach im Gespräch mit unserer Redaktion.

Vorstellung im März

Bei der Vorstellung des Konzepts im März zeigte sich Rosenbach noch euphorisch – und auch Teile der Osnabrücker Kaufmannschaft begleiteten die Präsentation durchaus mit Optimismus. Bei so manchem Kaufmann in der Osnabrücker Innenstadt hat es dem Vernehmen nach in den vergangenen Wochen jedoch Bauchschmerzen bei der Entscheidung für eines der Portale gegeben. Die Befürchtung: Beide Seiten könnten sich gegenseitig kannibalisieren und letztlich für ein Wettrennen mit unbekanntem Ausgang sorgen.

Bedauern über Doublette

Die Agentur Thomax und die OMT hatten offenbar in Unkenntnis voneinander schon Monate an ihren jeweiligen Portalen gearbeitet. Erstere hatte ihr Portal inosna.de bereits Anfang März scharfgeschaltet, eine Woche vor der Projektpräsentation der OMT. Rosenbach bedauert, dass es im Vorfeld zu keiner Zusammenarbeit gekommen sei. „Es war lange bekannt, dass sich die OMT mit diesem Thema befasst. Leider hat uns die Thomax GmbH erst im Januar darüber informiert, dass sie bereits ein eigenes Händlerportal programmiert hat.“ Der Wunsch, beide Projekte zusammenzuführen, habe sich letztlich nicht realisieren lassen.

Freude bei Thomax

Freude herrscht dagegen bei Thomas von Wulfen. „Wir hätten aber auch bei einem sportlichen Wettstreit mit einem Konkurrenzportal so verfahren, wie wir es jetzt machen“, sagt der Thomax-Agenturchef. Noch befinde man sich in der Vorbereitungs- und Bekanntmachungsphase – doch bei Gesprächen mit Osnabrücker Einzelhändlern sei die schon fertig programmierte Seite gut angekommen. „Gut möglich, dass das unser Vorteil war. Wir wollen jetzt weiter durchstarten und noch mehr Einzelhändler von unserem Produkt überzeugen“, so von Wulfen.

Auf Kernaufgaben konzentrieren

Die OMT will sich nach ihrem Rückzieher in Sachen Shoppingportal nun gewisserweise auf ihre Kernaufgaben konzentrieren. „Wir wollen jetzt sichtbar machen, was die Osnabrücker Innenstadt ausmacht. Im Mittelpunkt werden Informationen, das Image und Inspiration für die Besucher stehen“, erklärt Rosenbach. Plattform dafür soll die neue Tourismusseite für Landkreis und Stadt Osnabrück sein, die im Herbst 2017 an den Start geht. Die Osnabrücker Innenstadt soll dabei mit Bildern und Beiträgen sichtbar gemacht werden.

Aktionen im Blick behalten

Ganz heraushalten will sich die OMT laut Rosenbach jedoch nicht. Gemeinsam mit dem Osnabrücker Citymarketing (OCM) wolle man den Händlern auch weiterhin zur Seite stehen und die digitalen Entwicklungen intensiv beobachten. „Aktionen, die den „buy local“-Gedanken stärken, Seminare und Vorträge, um die Händler für das Online-Geschäft fit zu machen, sowie die Koordination von Projekten zu Servicethemen werden wichtige Aufgaben von OMT und OCM bleiben“, heißt es in einem Statement der OMT. Rosenbach blickt mit einem weinenden Auge auf die Entwicklung, dennoch sei sie mit der Entscheidung sehr im Reinen.


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