Stadt investiert 4,5 Millionen Römereschstraße in Osnabrück ist wieder frei


Osnabrück. Da atmen die Autofahrer auf: Seit Freitagmittag ist die Römereschstraße wieder offen. 4,5 Millionen Euro hat die Stadt in den vierspurigen Ausbau zwischen der Bramscher Straße und der Elbestraße investiert. Ein wichtiges Ziel dabei war die Erschließung der früheren Winkelhausenkaserne.

Zwei Wochen früher als ursprünglich geplant durften die ersten Autos und Lastwagen um 12.08 Uhr auf den frischen Asphalt einbiegen. Oberbürgermeister Wolfgang Griesert, wie immer im feinen Anzug, hatte sich schwarze Arbeitshandschuhe übergestreift, um sich beim Abräumen der Absperrungen nicht die Finger schmutzig zu machen. Die Römereschstraße gehöre zu den bedeutsamen Verbindungen im Osnabrücker Straßennetz, vermerkte der OB. Es sei unerlässlich gewesen, diese wichtige Achse auszubauen und die lange Vollsperrung dafür in Kauf zu nehmen.

Vollsperrung verteidigt

Zwölfeinhalb Monate – vom 2. Mai 2016 bis zum 19. Mai 2017 – war der östliche Abschnitt der Römereschstraße nur für Baufahrzeuge und Radler befahrbar. Immer wieder hatte es Kritik an der Sperrung gegeben, weil die motorisierten Verkehrsteilnehmer zu zeitraubenden Umwegen gezwungen waren. Griesert verteidigte die Entscheidung am Freitag. Ein großer Teil der absolvierten Arbeiten sei unter der Erde ausgeführt worden, etwa beim Kanalbau, der Errichtung von Stützwänden und der Verbreiterung des Bahnübergangs. Wenn der Verkehr weiterhin über die Baustelle gerollt wäre, hätte das umfangreiche Programm nicht so zügig und sicher realisiert werden können.

Schon lange vor der Vollsperrung waren die Tiefbauer an der Römereschstraße aktiv. Bäume wurden gefällt, um Platz für die breitere Fahrbahn zu schaffen, an der Elbestraße entstand eine komplett neue Brücke über die Nette. Und auch jetzt, nach der Freigabe für den Verkehr, wird noch eine Weile weitergearbeitet. Die Anschlüsse an die Nebenstraßen sind noch fertigzustellen, am Knotenpunkt mit der Bramscher Straße müssen die Inselköpfe und die Fahrbahnränder verändert werden, damit die zwei Linksabbiegespuren ungehindert von langen Lkw-Zügen genutzt werden können. „Im Juli wollen wir mit allem durch sein“, sagt dazu Jürgen Schmidt, der stellvertretende Fachbereichsleiter Geodaten und Verkehrsanlagen.

Das Nadelöhr bleibt

Vier Spuren stehen jetzt für den motorisierten Verkehr zur Verfügung, an den Kreuzungen kommen noch Abbiegespuren dazu. Foto: Lahmann-Lammert

Nicht nur die Vollsperrung, auch der vierspurige Ausbau hatte für Kontroversen gesorgt. Denn die breite Fahrbahn endet an einem Nadelöhr. Die Kanalbrücke ist nur zweispurig, ebenso die Hasebrücke bei Kämmerer und die Eisenbahnunterführung am Kiefernweg. Selbst die Optimisten in Politik und Verwaltung glauben nicht, dass die Stadt in den nächsten zehn Jahren genug Geld auftreibt, um auch nur eines dieser drei Bauwerke auf die volle Breite zu bringen.

Oberbürgermeister Griesert räumte am Freitag ein, dass die Stadt zweimal gründlich geprüft habe, ob die Römereschstraße besser zwei- oder vierspurig ausgebaut werden sollte. Die Entwicklung auf dem Kasernengelände mit Kaffee Partner, der Containerumschlaganlage und dem Behördenzentrum lasse die vierspurige Lösung zukunftsträchtiger erscheinen, lautet das Fazit von Jürgen Schmidt. 20000 Fahrzeuge am Tag wurden vor der Umgestaltung auf der Römereschstraße gezählt. Es gibt zwar keine Prognosen für die nächsten Jahre, aber die Tendenz dürfte wohl nach oben weisen.

Wette glücklich verloren

Glücklich über die neue Anbindung ist Marc Beimforde, der Geschäftsführende Gesellschafter von Coffee perfect. Er hatte gewettet, dass die Sperrung noch länger andauern würde – und die Wette gerne verloren. Als Dank gibt es jetzt bis Sonntag um 18 Uhr kostenlos Kaffee für jeden Besucher am Drive-In. Und der Gegenwert des Kaffees, mindestens 5555 Euro, geht als Spende an Terre des Hommes.


1 Kommentar