Insolvenzplan liegt vor Gläubiger und Manager sollen SinnLeffers retten

Vermieter, Lieferanten und eigene Manager sollen gemeinsam die zahlungsunfähige Modekette SinnLeffers übernehmen. Foto: Jörn MartensVermieter, Lieferanten und eigene Manager sollen gemeinsam die zahlungsunfähige Modekette SinnLeffers übernehmen. Foto: Jörn Martens

Osnabrück. Vermieter, Lieferanten und eigene Manager sollen gemeinsam die zahlungsunfähige Modekette SinnLeffers übernehmen. Das geht aus dem jetzt bei Gericht eingereichten Insolvenzplan hervor. Was passiert mit der Osnabrücker Filiale?

Wie die Geschäftsführung der in Hagen ansässigen SinnLeffers GmbH am Freitag auf Anfrage bestätigte, hat das Unternehmen den mit dem Gläubigerausschuss abgestimmten Plan beim Amtsgericht der westfälischen Großstadt eingereicht. Zuerst hatte das Fachblatt „TextilWirtschaft“ (TW) darüber berichtet.

Falls das Gericht dem Plan zustimmt, müssten noch die Gläubiger bei einer Versammlung im Juni darüber befinden, heißt es in einem TW-Artikel, den die SinnLeffers-Geschäftsführung als eigene „offizielle Erklärung“ bezeichnete. Weitere Details könne das Unternehmen nicht nennen. 

Schließung nur in Bochum

Ein Konsortium aus Vermietern, Lieferanten und Management sei bereit, „eine zweistellige Millionensumme in die Weiterentwicklung des Unternehmens zu stecken“, schrieb die TW weiter. Bis auf den Standort in der Bochumer Innenstadt sollten alle übrigen 21 Filialen weiterbetrieben werden.

Die Frage unserer Redaktion, ob sich der Insolvenzplan auf den Standort Osnabrück auswirkt, wo die SinnLeffers-Filiale nach Fertigstellung in das  geplante neue Einkaufszentrum am Neumarkt umziehen soll, ließ die Geschäftsführung  unbeantwortet. Der Düsseldorfer Investor Unibail-Rodamco, mit dem SinnLeffers bereits die Anmietung von 4800 Quadratmetern in dem geplanten neuen Shopping-Center vertraglich vereinbart hat, äußerte sich auf Anfrage  ebenfalls nicht zur neuen Sachlage. Derzeit wirbt SinnLeffers in Osnabrück mit einem „großen Inventurverkauf“ um Kunden, bei dem bereits reduzierte Markenartikel der Vorsaison noch einmal um 30 Prozent billiger angeboten werden. 

Wurzeln in Delmenhorst

Das dem früheren Vorstandschef der Rudolf Wöhrl AG, Gerhard Wöhrl,  gehörende Unternehmen SinnLeffers hatte im September 2016 erneut Insolvenz angemeldet. Unter einem anderen Eigentümer hatte es bereits 2008/2009 ein Insolvenzverfahren für die Modekette gegeben, die laut TW derzeit rund 1250 Mitarbeiter beschäftigt und deren letzter bekannter Jahresumsatz bei knapp 240 Millionen Euro gelegen hat.

Die Wurzeln des Unternehmens liegen im Textilhandel, der lange Zeit  auch die Wirtschaft unserer Region prägte. Die Brüder Heinrich und Carl Leffers gründeten 1894 in Delmenhorst ihr erstes Textilkaufhaus. Johannes und Friedrich Sinn zogen im frühen 19. Jahrhundert als sogenannte Kiepenkerle (Wanderhändler) mit Textilien und Kurzwaren zwischen Sauerland und Ruhrgebiet umher.


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