Osnabrücker MINT-Sommerakademie Schüler aus Region versuchen sich an MINT-Fächern

Von Vincent Buß


vbu Osnabrück Schülern wird oft empfohlen, einen MINT-Studiengang zu wählen, also Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften oder Technik. Ob das wirklich das Richtige für sie ist, konnten Gymnasiasten aus der Region bei der zweiten Osnabrücker MINT-Sommerakademie herausfinden.

Die 13-jährige Laura soll löten. „Halt das Gerät wie einen Bleistift“, rät ihr der Betreuer, bevor es losgeht. Die Schülerin vom Gymnasium „In der Wüste“ baut einen digitalen Würfel. Dazu befestigt sie LED-Lampen an einer Art Minicomputer, den sie selbst programmiert: Spuckt der Computer nach dem Zufallsprinzip die Zahl Zwei aus, müssen zwei Lampen aufleuchten.

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Zusammen mit acht anderen Achtklässlern nimmt sie am eintägigen Kurs „Technische Informatik“ der MINT-Sommerakademie teil, die das Osnabrücker Schüler-Forschungszentrum (SFZ) zusammen mit Hochschule und Universität vom 10. bis zum 23. Mai veranstaltet. Neben den Osnabrücker Gymnasien „In der Wüste“, Ursulaschule, Carolinum und dem Ratsgymnasium nehmen die Gymnasien Oesede, Bramsche, Melle und Bersenbrück teil. Jede Schule darf sechs Achtklässler nominieren, die dann nach Interesse Kurse wählen.

Manche haben Vorkenntnisse

Jonah von der Ursulaschule entschied sich für die gleiche Veranstaltung wie Laura. „Die Grundlagen kenne ich aus dem Informatik-Unterricht“, erklärt er. Zusammen mit seiner Schulkameradin Theresa gehört er zu den Fortgeschrittenen im Kurs, die eine schwierigere Aufgabe bekommen: Sie sollen Töne aus Youtube-Videos zu Echos verfremden, ebenfalls mit dem Minicomputer. Jonah weiß jetzt schon, dass er „was in Richtung Technik“ studieren will.

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Interessierte und qualifizierte Studenten in spe zu finden ist, ist laut Organisator Reinhardt Fulge vom SFZ ein Ziel der Akademie: „Die Schüler sollen ihren Interessenschwerpunkt herausfinden.“ Oder eben nicht: Zu merken, dass die MINT-Fächer nichts für einen sind, sei auch eine Erkenntnis, findet Fulge.

Mädchenanteil

Laura und Theresa sind die einzigen Mädchen in dem Kurs. „Technische Informatik und Elektrotechnik haben den geringsten Frauenanteil“, erklärt Michael Uelschen. Der Professor von der Fakultät Ingenieurwissenschaften und Informatik leitet den Kurs zusammen mit seinem Kollegen Jürgen Wübbelmann. Insgesamt sind jedoch die Hälfte aller Akademieteilnehmer weiblich.

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Die MINT-Sommerakademie soll auf die Herbstausgabe vorbereiten. Die können die Schüler besuchen, wenn sie in die Oberstufe kommen. Einen „fließenden Übergang zum Studium“ nennt Fulge das Konzept.