Neuer Rekord 800.000 Besucher kommen zur 45. Osnabrücker Maiwoche

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Osnabrück. Die Maiwoche verbucht einen neuen Besucherrekord: Die Osnabrück-Marketing- und Tourismus GmbH (OMT) teilte Sonntagnachmittag mit, dass 800.000 Menschen auf dem elftägigen Stadtfest gefeiert haben. Insbesondere die Samstage und der neu geschaffene Osnabrück-Tag lockten außergewöhnlich viele Menschen an.

Am 9. Mai fand zum ersten Mal der Tag von Osnabrückern für Osnabrücker statt. Vor allem das Rudeltrommeln und das Rudelsingen lockte viele Menschen aus der Region an. „Die Leute wollten nicht nur Musik hören, sondern mitmachen und Spaß haben“, sagt OMT-Sprecherin Beate Krämer. Am Osnabrück-Tag spielten ausschließlich hiesige Musiker auf der Maiwoche. Obwohl das Wetter durchwachsen war, seien viele Menschen gekommen, so Krämer. Sie sagt, dass der Osnabrück-Tag auch im nächsten Jahr ins Programm aufgenommen wird. Das Stadtfest findet dann in einer XXL-Variante vom 10. bis 21. Mai statt – von Christi Himmelfahrt bis Pfingstmontag.

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Dass das Wetter ab dem vergangenen Mittwoch kontinuierlich besser geworden ist, habe dafür gesorgt, dass auch die Besucherzahlen kontinuierlich gestiegen sind, so Krämer. Vor vielen Bühnen herrschte dichtes Gedränge. Manche Besucher kritisierten jedoch, dass es kein Angebot gab wie in 2016, als alternative Bands auf dem Ledenhof spielten. Das dortige Programm wurde von dem Osnabrücker Label Timezone organisiert. Der Aufwand sei in diesem Jahr zu hoch gewesen, so die Eventagentur Royal Concepts im Vorfeld der diesjährigen Maiwoche. Beate Krämer sagt, die OMT sei in Gesprächen mit Timezone. „Wir sind für den Standort Ledenhof offen.“

Street-Food-Meile ein Erfolg

Eine weitere Neuerung in diesem Jahr war neben dem Osnabrück-Tag die Street Food Meile von der Georgstraße bis zum Neumarkt. Veranstalter Christoph Sierp sagt, er sei zufrieden mit dem Verlauf der Maiwoche. Die Osnabrücker haben das internationale Speisenangebot gut angenommen. „Abends gab es generell lange Schlangen vor den Food Trucks.“ Das neue Speisenangebot habe auch die Bühne am Neumarkt gestärkt. Im nächsten Jahr soll es die Street Food Meile wieder geben.

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In die gute Laune von Sierp mischt sich aber auch ein großer Schuss Betrübnis. Er berichtet, dass Damen mit Erdbeeren in Tupperdosen und Sekt oder Herren mit einer Kiste Bier zu seinen Ständen kamen und sich dort ungeniert selbst versorgten. Wenn sich dieser Trend zur Selbstversorgung weiter entwickeln sollte, könne das Programm auf der Maiwoche in seiner jetzigen Form nicht mehr finanziert werden, so Sierp. „Dann müssen wir die Stadt dicht machen und Eintritt kassieren. Das mindert zwar die Aufenthaltsqualität, aber anders wäre es nicht machbar.“

„So etwas macht Bühnen kaputt“, sagt auch Todor „Toscho“ Todorovic, der das Programm auf dem Marktplatz gestaltete. Der Kopf der Blues Company meinte, es gebe dort wenig Selbstversorger, was auch daran ersichtlich gewesen sei, dass im Epizentrum der Maiwoche keine Scherben auf dem Boden lagen. Für kommerzielle Bühnen ist die Selbstversorgerkultur jedoch tödlich, so Toscho.

Begeisternder Musical-Abend

Mit dem Verlauf der Maiwoche ist Todorovic sehr zufrieden – bis auf die Schlechtwettertage. „Der Warm up am 4. Mai war eher ein cool down.“ Aber er hat festgestellt, dass es ein großes Publikum abseits der populären Kultur á la Helene Fischer gibt. Insbesondere der Musical-Abend am 5. Mai hat ihn beeindruckt. „Es ist meines Wissens das erste Mal gewesen, dass auf einem Stadtfest ein komplettes Musicalprogramm aufgeführt wurde“, sagt er. Die Besucher hätten teilweise kaum gewagt zu atmen, so gespannt seien sie gewesen, berichtet Toscho, der mit der Blues Company die 45. Maiwoche am Sonntagabend auf dem Marktplatz beendet.

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In das überwiegend positive Bild der diesjährigen Bilanz passt auch, dass es kaum Ärger gab und die Polizei wenig Einsätze hatte. Deren Sprecherin Anke Hamker sagte am Freitag, es sei mehr Personal vor Ort gewesen. Der Polizei seien bis dahin wenig Delikte gemeldet worden. Eine endgültige Bilanz der Maiwoche soll am Montagabend veröffentlicht werden.

Friedliches Fest, heitere Besucher

Auch Stadtsprecher Sven Jürgensen spricht von einem friedlichen Fest mit heiteren Besuchern. Erstmalig sind große Blöcke als Sicherheitsmaßnahmen in der Hasestraße aufgestellt worden. Dies wurde angesichts der Terroranschläge in Berlin und Stockholm gemacht. Ob es diese Vorkehrungen auch beim Weihnachtsmarkt gibt, werde kurz vorher geprüft, so Jürgensen.

>> Die Maiwoche 2017 in Bildern und Berichten auf unserer Themenseite. <<


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