Stück über politische Korrektheit Theatercollage „Trendy Woman“ in Osnabrück

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Immer am Puls der Zeit: die politisch korrekten „Trendys“ in der Theatercollage, die in der Tischlerei Katrin Prinzler zu sehen ist. Foto: Egmont SeilerImmer am Puls der Zeit: die politisch korrekten „Trendys“ in der Theatercollage, die in der Tischlerei Katrin Prinzler zu sehen ist. Foto: Egmont Seiler

Osnabrück. Nichts als ein Trend? Die Theatercollage „Trendy Woman“ in der Osnabrücker Tischlerei Katrin Prinzler hinterfragt die Grenzen der politischen Korrektheit. Das von Britta Habuch entwickelte Stück überzeugt mit Schauspiel, Musik und Tanz.

Der Begriff „politisch korrekt“ hat seit den 90ern Aufwind. Niemals diskriminierend sein, sich offen und tolerant zeigen, lautet der Anspruch. Ist das immer möglich?

Die Frau (Birgit Schopohl) im Monolog „Bettgesang“ jedenfalls schafft es vor politisch korrekter Erschöpfung nicht aus den Federn. Wobei „Federn“ nicht stimmt, liegt sie doch unter einer veganen Bettdecke ohne Daunen. Nur dort kann sie in „Sphären reinen Gewissens abtauchen“.

Grenzen und Widersprüche

Der innere Monolog gehört zur von Britta Habuch entwickelten und inszenierten Theatercollage „Trendy Woman“ in der Tischlerei Katrin Prinzler. Habuch und ihre Mitstreiterinnen führen die Grenzen und Widersprüche dieser Haltung vor, ohne in die Kerbe derer zu schlagen, denen die politische Korrektheit seit eh und je zuwider ist.

Dazu passt Ingrid Lausunds Theatertext „Teekanne“, den Britta Habuch und Gudula Thiemann aufführen und in dem eine Bio-Deutsche in der Kommunikation mit ihrer türkischstämmigen „Putzfrau, äh, Haushaltshilfe“ alles richtig machen will. Genau das ist der Fehler.

Armes Gänsefüßchen

Cellistin Katrin Langewellpott untermalt im wunderschönen musikalisch-visuellen Dialog auf Video aufgezeichnete Tischlerarbeiten. Nahtlos knüpfen Britta Habuch und Birgit Schophol mit einer Choreografie daran an, wenn sie im Abendkleid Holz schmirgeln und den scheinbaren Widerspruch aus Weiblichkeit und Handwerk auflösen.

Die lohnenswerte Collage aus Schauspiel, Musik und Tanz gibt Denkanstöße zur politischen Korrektheit, die manchmal eher einem schicken Outfit als ehrlicher Meinung entspricht. Vielleicht ist es gut, auch mal mit dem Gänsefüßchen (Gudula Thiemann) zu fühlen, das nicht mehr für das stehen will, was eigentlich nicht gemeint ist.


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