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Immobilienmarkt Makler über Briten-Häuser: Schnäppchen waren das nicht

Von Wilfried Hinrichs

Immobilienmakler Wilfried Buch ist Vorstandsmitglied im Regionalverband Nord-West des Immobilienverbandes Deutschland. Foto: privatImmobilienmakler Wilfried Buch ist Vorstandsmitglied im Regionalverband Nord-West des Immobilienverbandes Deutschland. Foto: privat

Osnabrück. Makler Wilfried Buch ist Mitglied des Beirates Konversion der Stadt Osnabrück.

Herr Buch, die Vermarktung der Briten-Wohnungen verlief überraschend schnell, oder?

Ja, Sie haben recht. Es war nicht damit zu rechnen, dass es so schnell gehen würde.

Wie hat sich der Verkauf auf die Immobilienpreise in Osnabrück ausgewirkt?

Der Markt hat preislich reagiert, es haben Preisreduzierungen stattgefunden, aber schon zu dem Zeitpunkt, als die Aufgabe des Standortes bekannt gemacht wurde. Also zweieinhalb Jahre vor Beginn der Vermarktung der Wohnungen. Mit der Veröffentlichung, dass die Briten abziehen werden, haben die Marktteilnehmer die veränderte Lage zu spüren bekommen. Die Erwerber haben sofort signalisiert, dass sie über Preise verhandeln wollen – mit dem Hinweis darauf, dass ja bald viele Immobilien auf den Markt kommen. Ein Argument auf der Erwerberseite war auch, dass die Preise für die Briten-Objekte sehr niedrig sein würden.

Hat sich das bestätigt?

Nein. Die Briten-Häuser sind nicht günstig verkauft worden.

Aber auch nicht überteuert, oder?

Schnäppchen waren das nicht. Aber man müsste sich das im Einzelnen von Haus zu Haus ansehen.

Wie hat sich die Privatisierung der ehemals britischen Wohnungen insgesamt auf den Wohnungsmarkt in Osnabrück ausgewirkt?

Wir haben in Osnabrück nach wie vor eine stabile Preissituation. Mein Gefühl sagt mir, dass die Aufgabe deshalb so gut bewältigt wurde, weil viele von außerhalb zugezogen sind. Ich kann das nicht belegen, aber um es zu erklären, gehe ich mal einen Schritt zurück: 1350 Wohneinheiten sind im Prinzip nicht viel. Wir haben in Osnabrück circa 84000 Wohneinheiten insgesamt, das entspricht also circa 1,5 Prozent. Mehr nicht. Wenn man dann noch berücksichtigt, dass auf jeden Haushalt 2,1 Personen kommen, heißt das: Es müsste einen Zuzug von circa 2700 Menschen nach Osnabrück geben, damit die Vermarktung problemlos läuft.

1300 sei wenig, sagen Sie. Bis 2007 wurden jährlich im Schnitt nur 120 Häuser und 560 Eigentumswohnungen verkauft. Da erscheinen mir 1300 doch sehr viel.

Ja, gewiss, wenn Sie die Zahl daran messen, ist es eine hohe Zahl, die in einem relativ kurzen Zeitrahmen an den Markt gekommen ist. Aber es hat funktioniert, weil die Menschen gute Argumente für den Kauf gefunden haben, die nicht mit dem Preis zu tun haben – die Lage, die Größe, das Umfeld, die Infrastruktur, viele Vorteile, die die Stadt Osnabrück im Verhältnis zu den Landkreisgemeinden bietet.


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