Unter Trump-Wählern Wallenhorster Stipendiaten reisen in die USA

Von Vincent Buß

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Zum Auslandsjahr in die USA verabschiedet wurden Alexander Schlautmann (links) und Moritz Nienaber (rechts) vom Bundestagsabgeordneten Mathias Middelberg. Foto: Egmont SeilerZum Auslandsjahr in die USA verabschiedet wurden Alexander Schlautmann (links) und Moritz Nienaber (rechts) vom Bundestagsabgeordneten Mathias Middelberg. Foto: Egmont Seiler

Wallenhorst. Trotz Trump in die USA: Die Wallenhorster Moritz Nienaber und Alexander Schlautmann werden dort als Stipendiaten ein Auslandsjahr verbringen. Verabschiedet wurden sie jetzt vom Bundestagsabgeordneten Mathias Middelberg.

Statt Bedenken zu haben findet Alexander es sogar interessant, Anhänger des umstrittenen Präsidenten zu treffen. „Ich möchte herausfinden, was sie über Trump denken und warum sie ihn toll finden“, erklärt der 23-Jährige. Wie auch Angelaschüler Moritz ist er Stipendiat des Parlamentarischen Patenschaftsprogramm (PPP), das Schülern und jungen Berufstätigen ein Auslandsjahr in den USA finanziert.

Middelberg, der als Abgeordneter des Wahlkreises Stadt Osnabrück Pate für die beiden Wallenhorster ist, unterstützt Alexanders Herangehensweise. Der Austausch sei wichtig, gerade um den Durchschnittsamerikaner zu verstehen. Denn die Stipendiaten würden die USA eben nicht als Touristen kennen lernen: „Sie leben oft in Städten, von denen ich noch nie gehört habe“, scherzt der Politiker. Im Gegenzug könnten die Schüler zeigen, was in ihrer Heimat anders funktioniere: „Zum Beispiel, dass Deutschland aufgrund seiner Geschichte zurückhaltender in der Welt ist.“

Reiseziel unbekannt

Wo genau sie leben werden, wissen die Wallenhorster noch nicht. Fest steht aber, dass es im August losgeht und sie in Gastfamilien unterkommen. Währenddessen besucht der 15-Jährige Moritz die High School. Alexander, der bereits eine Ausbildung zum Anlagenmechaniker abgeschlossen hat, geht zunächst für sechs Monate aufs weiterführende College. Für den Rest der Zeit soll er sich einen Praktikumsplatz suchen.

(Weiterlesen: Ab nach Tennessee: Osnabrücker für parlamentarisches Patenschaftsprogramm angenommen)

Um das Stipendium zu bekommen, mussten sich die beiden auf Auswahltagungen bewähren. Gruppenaufgaben und Wissenstests standen auf dem Programm, teilweise auf Englisch. Bereits eine Woche später bekam Moritz Bescheid, dass er von den Schülern als einziger dem zuständigen Bundestagsabgeordneten Middelberg vorgeschlagen wurde. Alexander hingegen kam mit zwei weiteren Berufstätigen in die engere Auswahl und wurde dann von dem Politiker nominiert.

Austausch zwischen USA und Deutschland

Deutschlandweit reisen pro Jahr rund 360 Jugendliche mit dem Parlamentarischen Patenschaftsprogramm in die USA. Das Stipendium ist ein gemeinsames Angebot vom Deutschen Bundestag und dem US-Kongress. Im Gegenzug kommen auch junge US-Amerikaner nach Deutschland. Die Idee ist, dass die Stipendiaten als Botschafter ihres Heimatlandes wirken.

(Zur Themenseite „Wallenhorst“)

Die Kultur der USA kennenzulernen, ist für Moritz ebenfalls wichtig. „Außerdem möchte ich lernen, mich auch an einem anderen Ort zuhause zu fühlen“, sagt er. Alexander ergänzt, dass er sich nach seiner Lehre zum Anlagenmechaniker mit dem Auslandsaufenthalt weiterbilden wolle. Mit Augenzwinkern warnt Middelberg, der als Jugendlicher selbst oft in den USA war, dass die dortige Anlagentechnik nicht die Beste sei: „Wahrscheinlich werden die sagen: Endlich mal ein guter Handwerker!“

Der Bewerbungsschluss für das PPP 2018/19 ist am 15. September 2017. Mehr Informationen gibt es unter www.bundestag.de/ppp.


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