Im Zoo Osnabrück wächst Nordamerika Höhenpfad und Bisonstall stehen – Eröffnung im Spätsommer

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Osnabrück. Zoopräsident Reinhard Sliwka hatte eine Gruppe Studenten mit zur Vorstellung der Baufortschritte an der Nordamerikawelt des Osnabrücker Zoos gebracht. Die Stundenten konnten hier aus erster Hand Informationen sammeln, wie eine Einrichtung ohne großzügige öffentliche Förderung beachtenswertes auf die Beine stellen kann.

Immerhin 3,5 Millionen Euro nimmt der Zoo aus eigenen Mitteln in die Hand, um das 3,5 Hektar große Areal der Nordamerika-Tierwelt zu gestalten. Das erläuterte Zoo-Geschäftsführer Andreas Busemann den Gästen. Erste Ergebnisse sind bereits zu sehen: Der Bisonstall steht, der Höhenpfad ist montiert und ein Betonbau verwandelt sich in eine Bärenhöhle in Felsoptik. Im Spätsommer soll der erste Bereich eröffnet werden.

Erdarbeiten abgeschlossen

Zehn bis 14 Handwerker schweißen, graben, pflanzen und montieren derzeit täglich auf der „Nordamerika“-Baustelle des Osnabrücker Zoos. Die Erdarbeiten sind abgeschlossen, der Höhenpfad führt bereits über die zukünftige Schwarzbären- und Wolfsanlage und viele Gehegeeinfriedungen stehen. „Nun bauen wir die Wegeflächen aus, installieren die Glasscheiben im Bärengehege, statten die Gehege mit zum Beispiel Totholzstrukturen aus und erledigen noch Kunstfelsenarbeiten. Der Bisonstall ist soweit fertig und wird nun noch umpflanzt, sodass Besucher ihn bald nicht mehr sehen können“, berichtet Bauleiterin Angelika Mösche vom leitenden Baubüro Drecker. Die Bärenhöhle nimmt ebenfalls im wahrsten Sinne des Wortes Form an. „An den Betonwänden legten die Handwerker bereits mit Gittern Felsstrukturen an. Diese wurden mit Vlies umhüllt und werden im nächsten Schritt mit Spritzbeton bedeckt – so entsteht eine steinerne Bärenhöhle, die täuschend aussieht und sich damit harmonisch in den Wald einfügt.“

120 Meter langer Höhenpfad

Parallel werden Gräser gesät und heimische und nordamerikanische Straucharten gepflanzt, aufgrund der kalten Witterung dauert es jedoch noch bis zum Keimen der Gräser. Eine besonders auffällige Veränderung: Die Plattform, von der aus Besucher bis vor wenigen Monaten die Europäischen Wölfe beobachten konnten, ist nun Teil eines rund 120 Meter langen Höhenpfades, der über die Wolfs- und Bärenanlage führt und damit gitterlose Einblicke ermöglicht.

Auch die Umfriedungen der Anlagen sind im ersten Bauabschnitt mittlerweile installiert. Bei Wölfen und Schwarzbären wird ein 3 Meter hoher sogenannter Tornadozaun mit Untergrabeschutz verwendet. „Wir ziehen den Zaun bis in 30 Zentimeter Tiefe in den Boden und dann waagerecht unterirdisch einen halben bis einen Meter in die Anlage. Sollten die Tiere, die dort einziehen, am Zaun graben, stoßen sie irgendwann auf die unterirdische Barriere und kommen nicht weiter“, so Mösche. Zoodirektor Michael Böer betont, dass die Zaunanlage von Spezialisten mehreren Tests unterzogen wurde, um die Anlage ausbruchssicher zu machen. Nach der Flucht der Hybridbärin Tips anfang des Jahres, die für die Bärin tödlich endete, legt der Zoo beim Thema Sicherheit noch einmal eine Schippe drauf.

Öffnet im Spätsommer

Im ersten Teil der Nordamerika-Welt, der im Spätsommer eröffnet wird, werden in Zukunft Schwarzbären, Polarwölfe und Bisons leben. „Die Tiere werden im Laufe des Sommers einziehen und sich vor der offiziellen Eröffnung dieses Bereichs erstmal einleben können. Die Wölfe kommen aus Tierparks in Kanada, die Bären aus einem Zoo in den Niederlanden und die Bisons voraussichtlich aus dem Zoo Hannover“, erklärt Böer. Insgesamt werden rund elf Tierarten in der Nordamerika-Tierwelt leben. Der Bereich, in dem die Nordamerika-Landschaft entsteht, sei einer der letzten „alten“ Bereiche, so Zoogeschäftsführer Andreas Busemann. „Topographisch passt Nordamerika ideal in unseren tollen Buchenwald. An einigen Bereichen, wie dem Wolfswald, muss auch gar nicht viel verändert werden. Insgesamt wird die Nordamerika-Tierwelt ein tolles Erlebnis für unsere Besucher mit Höhenpfad und Gehegegrenzen, die mit der Umgebung verschwimmen.“

Auch am zweiten Teil der Nordamerika-Landschaft wird bereits gearbeitet. Die Anlagen für Skunks, Murmeltiere, Biber und weitere nehmen Gestalt an. Wie der neue Bereich im Zoo dann heißen wird, darüber können Zoofreunde zurzeit in einem Namenswettbewerb der Sparkasse Osnabrück abstimmen. Als einer der Hauptsponsoren hatte die Sparkasse einen Namenswettbewerb ins Leben gerufen. Aus rund 100 Einsendungen ermittelte eine Jury bereits eine „Top 10“. Unter diesen zehn Namensvorschlägen kann bis zum 24. Mai 2017 auf Facebook abgestimmt werden.


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