Bilanz in der Hauptschule Innenstadt Rotary Club Osnabrück unterstützt seit einem Jahr Flüchtlingsklasse

Von Vincent Buß

Die Materialen für die Spracherwerbsklasse begutachten (von links) Alexander Fischer vom Rotary Club Osnabrück, Lehrerin Jessica Goldkühler und Schulleiter Hans Kaes von der Hauptschule Innenstadt, der Präsident des Rotary Clubs Osnabrück, Martin Rohling, und Matthias Glasmeyer, Geschäftsführer der Akademie Überlingen. Foto: Thomas OsterfeldDie Materialen für die Spracherwerbsklasse begutachten (von links) Alexander Fischer vom Rotary Club Osnabrück, Lehrerin Jessica Goldkühler und Schulleiter Hans Kaes von der Hauptschule Innenstadt, der Präsident des Rotary Clubs Osnabrück, Martin Rohling, und Matthias Glasmeyer, Geschäftsführer der Akademie Überlingen. Foto: Thomas Osterfeld

vbu Osnabrück Seit einem Jahr unterstützt der Rotary Club Osnabrück die Flüchtlingsklasse der Hauptschule Innenstadt. Nun zieht er eine vorläufige Bilanz.

Wegen des Zuzugs von Flüchtlingen musste die Osnabrücker Schule zwei Spracherwerbsklassen einrichten. Doch die vom Land bereitgestellten Lehrer und finanziellen Mittel seien nicht ausreichend gewesen, berichtet Schulleiter Hans Kaes. Also sprang laut Mitglied Alexander Fischer der Rotary Club Osnabrück ein mit dem langfristigen Ziel, die Flüchtlinge zu integrieren.

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Den Spracherwerbsklassen finanzierte der Rotary Club unter anderem gebrauchte Laptops und Lernsoftware. „Die Materialien sind wichtig, weil die Schüler unterschiedliche Bildungsniveaus und Lerntempos haben“, erklärt die zuständige Lehrerin Jessica Goldkühler.

Patenschaften für Schule und Alltag

Zusätzlich bekamen die Schüler im vergangenen August Lesepaten: 16 Personen, davon zwölf aus dem Rotary Club Osnabrück verbringen seitdem wöchentlich je eine Stunde mit den geflüchteten Schülern. Die Paten sollen ihnen nicht nur beim Lesen und den Hausaufgaben helfen, sondern auch Behördengänge unterstützen und Zugang zu Vereinen ermöglichen.

(Informationen zur Hauptschule Innenstadt)

Fischer erläutert: „Die Kinder können sich oft noch nicht in Deutschland orientieren und wissen nicht, wie sie beispielsweise an Vereine herankommen.“ Außerdem bekämen die Schüler von den Lesepaten die ungeteilte Aufmerksamkeit, wie es selbst in harmonischen Klassenverbänden nicht möglich sei, ergänzt Kaes.

Berufsvorbereitung wird wichtiger

Noch im Anfangsstadium befindet sich die Integration der geflüchteten Jugendlichen in den Arbeitsmarkt. Notwendig ist laut Fischer dabei, dass die Schüler die Besonderheiten der deutschen Berufswelt kennen lernen. Zumal es sich um „potenzielle Fachkräfte“ handle, wie Matthias Glasmeyer, Geschäftsführer der Akademie Überlingen, anmerkt. Von einem positiven Beispiel berichtet Kaes: Als die Schule für ein Flüchtlingsmädchen, das Kopftuch trägt, keinen geeigneten Praktikumsplatz fand, konnte der Rotary Club ihr einen verschaffen.

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In Zukunft will der Club die berufsvorbereitenden Projekte und auch Freizeitangebote wie beispielsweise Musikunterricht ausbauen. Präsident Martin Rohling sieht nicht nur für die Jugendlichen einen Mehrwert: „Das Kümmern zeigt auch den Eltern, dass es Interesse an ihnen und ihren Kindern gibt.“


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