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09.05.2017, 10:35 Uhr KEINE WEIHE IM BISTUM OSNABRÜCK

Kommentar zum Priestermangel: Stärkt die Laien!

Kommentar von Anne Spielmeyer

Leere Kirchenbänke – so sieht es in den Gotteshäusern immer häufiger aus. Symbolfoto: imago/Gerhard LeberLeere Kirchenbänke – so sieht es in den Gotteshäusern immer häufiger aus. Symbolfoto: imago/Gerhard Leber

Osnabrück. Alle Stoßgebete sind offenbar verhallt: Seit Jahren macht sich eine Leere im deutschen Altarraum breit, die weder mit Aushilfspriestern noch mit immer größeren Pfarreien kaschiert werden kann.

Die Pflicht zur Ehelosigkeit, verkrustete Strukturen der Weltkirche und Skandale machen es jungen Leuten nicht nur schwer, den Weg in die Kirchenbank, sondern auch den hinter den Altar zu finden. Ist das die Kirche, mit der sie sich identifizieren können? Offensichtlich nicht. Hier geht um mehr als um ein Imageproblem: Der Kirche geht der Klerus aus.

Wenn die katholische Kirche in Deutschland zukunftsfähig sein will, muss sie erkennen, dass ihre Laien mehr sind als ein Notnagel. In München dürfen Laien nun versuchsweise in Pilotprojekten die Gemeindeleitung übernehmen. Ohne Personalnot hätte es diese überfällige Kehrtwende leider nie gegeben.

Nimmt Kirche ihre Laien ernst, muss sie ihnen nicht nur das Management, sondern auch geistliche Kernaufgaben übertragen. Neben allen engagierten Priestern sind sie doch diejenigen, die das Gemeindeleben vielerorts lebendig halten. Am Ende kann die katholische Kirche damit nur gewinnen. Denn Christen an der Basis sind im Zweifel lebensnäher, als der Klerus sein darf.


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