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05.05.2017, 19:00 Uhr DAHLKE INS OSNABRÜCK

Jeder soll nach seiner Facon glücklich werden

Ein Kommentar von Wilfried Hinrichs


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Osnabrück. Alternativmediziner Rüdiger Dahlke ist umstritten, ist seine Lehre auch gefährlich? Ja, wenn seine Jünger sich unter seinem Einfluss von der Schulmedizin abwenden.

Es wirkt schon ein wenig befremdlich, wenn Rüdiger Dahlke Schnupfen und Heiserkeit als Folge seelischer Blockaden interpretiert. Klar, dass Naturwissenschaftler und Schulmediziner solchen Thesen wenig abgewinnen können. Aber auch hier gilt, was schon Preußenkönig Friedrich der Große sagte: Jeder soll nach seiner Facon glücklich werden.

Der Hang, in schlimmen gesundheitlichen Notlagen Hilfe und Trost in der Spiritualität zu suchen, ist gläubigen Menschen gleich welcher Religion oder Konfession seit Jahrtausenden vertraut. Dahlkes Thesen mögen ähnlich wirken, wenn Menschen nur fest genug daran glauben. Problematisch werden Dahlkes Krankheitsdeutungen allerdings, wenn Patienten ihre ganze Hoffnung auf den niederbayrischen Seelenheiler mit Wohnsitz in der Schweiz setzen, wenn sie die nachweisbar erfolgreichen Behandlungsmöglichkeiten der Schulmedizin geringschätzen oder gar ignorieren. Wer will, soll Dahlkes Ratschlägen folgen – aber auch dem Rat seines Hausarztes vertrauen.


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