Aktfotografie und Porträts Ragnar Gischas mit neuen Arbeiten im Kunst-Quartier

Neue Ausstellung im BBK Kunstquartier: Fotografien von Ragnar Gischas. Foto: Jörn MartensNeue Ausstellung im BBK Kunstquartier: Fotografien von Ragnar Gischas. Foto: Jörn Martens

Osnabrück. „Getrennt von der Welt“ lautet der Titel einer Porträt- und Aktfotoausstellung, die Ragnar Gischas im BBK Kunst-Quartier eröffnet.

Die Reduktion der Produktionsmittel betreibt der Fotograf Ragnar Gischas. War er früher mit einer hochwertigen Spiegelreflexkamera unterwegs, um seine Porträt- und Aktfotografien anzufertigen, so hat er sich jetzt eine ganz einfache Systemkamera zugelegt. „Die habe ich günstig bei e-bay erworben“, sagt er und schwärmt von den Vorteilen. Der Apparat habe keinen Sucher, sondern ein Display. So könne er arbeiten, ohne die Kamera als Distanz schaffendes Objekt zwischen sich und seinen Modells zu haben. Es führe dazu, dass die Augen der Frauen, die er fotografiert, nicht mehr so sehr in den Fokus rückten wie früher. Außerdem sei er viel beweglicher, könne spontaner arbeiten und wenn einmal Unschärfen in den Fotos entstehen, weil die Messung in dem Apparat nicht so exakt ist, dann könne er dem Resultat durchaus Reize abgewinnen.

Tatsächlich sind die aktuellen Arbeiten des Fotografen aufgrund seiner Arbeitsweise einerseits sehr nah am Modell, aufgrund der grobkörnigen Struktur der Bilder und eben leichter Unschärfen entsteht jedoch ein unwirklicher Eindruck. Vielleicht hat Gischas seine Ausstellung im BBK Kunst-Quartier auch aus diesem Grund „Getrennt von der Welt“ genannt. Am besten passt der Titel auf die Frauenporträts, die er in seinem Studio in einem Kotten im Osnabrücker Land fotografierte. Hinter Fenstern mit Sprossen, an denen der Kitt schon brüchig wird und die Farbe abblättert, posieren die Frauen, blicken hinaus in eine Welt, die ihnen fremd erscheint.

Aber es ist auch ein bestimmter Typ Frau, der sich von Ragnar Gischas fotografieren lässt. Abenteuerliche Tätowierungen, Piercings und eine eher dunkle Aura hinterlassen den Eindruck, als wollten sie sich mit ihrem Aussehen von anderen Menschen abgrenzen. Und sicherlich ist es ein freierer Umgang mit ihren Körpern und die Suche nach Aufmerksamkeit, die sie dazu bringt, für den Fotografen Modell zu stehen.

Gischas gelingt es, die Distanz zwischen ihm und den Frauen abzubauen. Die Fotos zeugen von dem Vertrauen, das sie ihm in der speziellen Situation des Ablichtens entgegenbringen. Er inszeniert nicht, sondern lässt eine Atmosphäre entstehen, in der sie sie selbst sein können. Auch wenn das nicht ganz in der realen Welt ist.


BBK Kunst-Quartier (Bierstraße 33): „Getrennt von der Welt“. Fotografie von Ragnar Gischas. Von 5. Mai (Eröffnung um 19 Uhr) bis 25. Mai, Di. - Fr. 14-18 Uhr, Sa. 11-16 Uhr. Infos unter www.bbk-osnabrueck.de

Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN