Podiumsdiskussion im Rathaus Wunsch nach mehr Klimaschutz in Osnabrück

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Über Fragen des Klimaschutzes diskutierten (sitzend, von links) Steffen Grüner (BOB), Thomas Haarmann (FDP), Ulrich Hus (SPD), Verena Kämmerling (CDU), Volker Bajus (Grüne) und Hannes Janott (UWG/Piraten) mit dem Publikum im Ratssitzungssaal. Thomas Polewsky (stehend) moderierte. Foto: Jörn MartensÜber Fragen des Klimaschutzes diskutierten (sitzend, von links) Steffen Grüner (BOB), Thomas Haarmann (FDP), Ulrich Hus (SPD), Verena Kämmerling (CDU), Volker Bajus (Grüne) und Hannes Janott (UWG/Piraten) mit dem Publikum im Ratssitzungssaal. Thomas Polewsky (stehend) moderierte. Foto: Jörn Martens

Osnabrück. Kommt der Klimaschutz zu kurz? Zu einer Diskussion unter diesem Titel haben die „Lokale Agenda 21“ und der Beirat des städtischen Masterplans „100 Prozent Klimaschutz“ jetzt ins Osnabrücker Rathaus eingeladen. Vertreter der Ratsfraktionen diskutierten mit dem Publikum.

Die Antwort auf die titelgebende Frage stand für die Teilnehmer der Diskussion bereits vor Beginn fest: Ja, der Klimaschutz kommt in Osnabrück noch immer zu kurz. Beispiel: Gebäudesanierung: Die Sanierungsrate liege in Osnabrück derzeit bei lediglich einem Prozent. „Der Masterplan ,Klimaschutz‘ sieht aber eine Rate von drei Prozent vor“, sagte Verena Kämmerling (CDU) bei ihrem Eingangsstatement und stellte sogleich die Frage: „Wie kommen wir dahin, dass die Hausbesitzer aktiv werden?“

Kontroversen gab es wenige unter den Vertretern der Ratsfraktionen, die sich auf dem Podium eingefunden hatten. Alle Parteien aus dem Rat waren vertreten, mit Ausnahme der Linkspartei, die sich aus zeitlichen Gründen habe entschuldigen lassen, wie Thomas Polewsky mitteilte. Der Sprecher der „Lokalen Agenda 21“ moderierte die zweistündige Veranstaltung mit seiner Mitstreiterin Elisabeth Michel.

Energetische Sanierung, Verkehrsmix, Klimaschutz im Betrieb

Drei Fragen standen im Mittelpunkt, zu denen die Vertreter aus der Kommunalpolitik jeweils kurz ihre Position darlegten, bevor das Publikum in der zweiten Hälfte des Abends weitere Fragen und Anregungen formulieren konnte. Die Diskussionen drehten sich in der Folge um Vorschläge zur Steigerung der Sanierungsrate in Osnabrück, um Maßnahmen zur Verbesserung des Verkehrsmixes im Hinblick auf die Klimawirksamkeit und schließlich auch um die kommunalen Einflussmöglichkeiten, den Klimaschutz in Industrie, Handel und Gewerbe zu fördern.

Beim letzten Punkt, so waren sich alle Diskutanten einig, gebe es nur wenige Möglichkeiten auf kommunaler Ebene. Diese lägen beispielsweise in der Förderung von Netzwerken zum Erfahrungsaustausch hinsichtlich Klimaschutzmaßnahmen einzelner Firmen. Genannt wurde auch die Einrichtung eines betrieblichen Mobilitätsmanagements, an dem sich mehrere Unternehmen beteiligen können. Hier solle die Kommune entsprechende Rahmenbedingungen schaffen und eine intelligente City-Logistik unterstützen, wie Steffen Grüner (BOB) darlegte.

Mieterhöhungen

Auf großes Interesse vor allem bei Ulrich Hus (SPD) stieß die Frage eines Gastes zur energetischen Gebäudesanierung: Er wollte wissen, warum die mit einer solchen Maßnahme meist einhergehende Mieterhöhung eigentlich auch dann weiter fortbestehe, wenn sich die Sanierung nach einigen Jahren für den Eigentümer bereits amortisiert habe.

Wie schwer es ist, einen Konsens auf kommunaler Ebene zu finden, um beispielsweise den Anteil des ÖPNV am Verkehrsmix zu erhöhen, legte Hus mit einem Beispiel aus Sutthausen und Holzhausen dar: Zwischen den benachbarten Stadtteilen von Osnabrück und Georgsmarienhütte verlaufe eine Tarifgrenze, sodass viele Holzhauser mit dem Auto nach Sutthausen kämen, um von dort aus mit der Bahn oder dem Bus weiter nach Osnabrück zu fahren. „Die Städte schaffen es hier nicht, sich zu einigen“, bedauerte der SPD-Politiker. Verena Kämmerling forderte, die Linienführung der Busse in Osnabrück so zu überarbeiten, dass Pendler aus jedem Stadtteil bequem und schnell zum Hauptbahnhof gelangen könnten.

„Tschüss, Mamataxi“ am 16. Mai

Nach zwei Stunden endete die Diskussion, die Teil des „Themenjahres Klimastadt“ ist. Die nächste Dialogmöglichkeit zur Verkehrswende beginnt am Dienstag, 16. Mai 2017, um 19 Uhr im Rathaus. Thema: „Tschüss, Mamataxi“. Dann werden auch Kinder darlegen, wie für sie die Situation vor den Schulen ist, wenn sie und ihre Mitschüler von den Eltern mit dem Auto zum Unterricht gebracht werden.


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