Lesung aus Frühjahrshit Jonas Lüscher bei Littera in Osnabrück

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Jonas Lüscher stellte seinen Romanerfolg „Kraft“ im Osnabrücker Blue Note vor. Foto: Jörn MartensJonas Lüscher stellte seinen Romanerfolg „Kraft“ im Osnabrücker Blue Note vor. Foto: Jörn Martens

Osnabrück. Mit „Kraft“ hat Jonas Lüscher einen Hit auf dem Frühjahrsbuchmarkt gelandet. Am Dienstag las er bei Littera im Osnabrücker Blue Note aus seinem Roman.

Zum Schluss gibt Jonas Lüscher noch eine Kostprobe seines Könnens. Einen einzigen Satz liest er als Zugabe vor. Und der hat es in sich, ist er doch eine Geschichte für sich. Mehrere Minuten dauert es, ihn vorzutragen. Das gibt einen Extra-Applaus für den Autor, der mit seinem Roman „Kraft“ in diesem Frühjahr einen Hit gelandet hat.

Lüscher spiegelt in der Lebenskrise seines Antihelden Richard Kraft die Sinnkrise der Internet-Ära wieder. Der Rhetorikprofessor bekommt die Chance, mit einem Vortrag im Silicon Valley eine Million Dollar zu verdienen. Das würde ihn aus seiner unglücklichen Ehe befreien. Aufgabe für Kraft ist es, eine Antwort auf die Theodizeefrage nach Leibniz zu geben: Warum leben wir in der besten aller Welten und wie können wir sie trotzdem verbessern?

(Weiterlesen: Rezension von Jonas Lüschers „Kraft“)

Geschichtskunde auf Youtube

In diese Zusammenhänge des Romans führt Jonas Lüscher zu Beginn seiner Littera-Lesung im Blue Note ein. So lassen sich die zwei Ausschnitte besser verstehen. Da erleidet Kraft etwa beim Rudern einen symbolischen Schiffbruch. Außerdem geht es um den Sturz von Helmut Schmidt 1982, der sein Bundeskanzleramt an Helmut Kohl abtreten musste. Lüscher lässt seinen Kraft die fünfstündige Debatte im Bundestag verfolgen. Doch wie kann ein 1976 geborener Autor das historische Ereignis so genau wiedergeben? Die Antwort: dank Youtube, wo die fünfstündige Debatte auch heute zu verfolgen ist.

(Weiterlesen: Littera-Programm in Osnabrück für das Frühjahr 2017)

Künstliche Welt

Trotz aller historischen Bezüge – um die Authentizität seiner Figuren geht es Jonas Lüscher nicht. „Das ist Literatur, eine Welt der Künstlichkeit“, sagt er. Und das solle lesbar sein. Er verleiht Kraft lieber eine satirische Distanz, die bei der Lesung gut ankommt.

Und dann ist da noch die Sache mit den Sätzen. Die haben nicht grundsätzlich Thomas-Mann-Länge. Im Idealfall sei ein Satz aber eine kleine Mikroerzählung für sich, sagt der Autor. Da kann es auch mal länger werden.

(Weiterlesen: „Literarisches Quartett“ bei Bücher Wenner in Osnabrück)


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