Wo die Milch herkommt Erster Hoftag bei Kolkmeier in Osnabrück-Atter

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Milchkühe zum Anfassen: 
              
              Nicht nur Gretha (links) und Nora lernten Vieles über die Milch-, Käse- und Fleischproduktion hautnah beim Tag der offenen Tür im Hof Kolkmeier in Atter. Foto: Elvira Parton Milchkühe zum Anfassen: Nicht nur Gretha (links) und Nora lernten Vieles über die Milch-, Käse- und Fleischproduktion hautnah beim Tag der offenen Tür im Hof Kolkmeier in Atter. Foto: Elvira Parton

Osnabrück. Kaffee, Kühe und Traktoren: Eine leckere und lehrreiche Mischung aus Bauernmarkt, Geräte- und Fahrzeugausstellung, Freiluftmesse, Hofführung und -fest war der erste von der Familie Kolkmeier in Eigenregie durchgeführte Hoftag in Atter.

„Die Milch macht‘s“, verspricht die Werbung – aber wer macht die Milch? Eine Antwort auf diese und viele andere Fragen rund um das Thema moderne Landwirtschaft erhielten die zahlreichen Besucher, die jetzt im Hof Kolkmeier echten Stallgeruch schnuppern durften. Unter dem Motto „Ist der Bauer mal nicht doof, macht er auf das Tor zum Hof“ ging es am Sonntagmorgen um 10 Uhr mit mehr als 40 ehrenamtlichen Helfern bei strahlendem Sonnenschein los, nachdem eine Kolonne mit Traktoren unterschiedlichster Jahrgänge und verschiedenen Landmaschinen ihr Ziel erreicht hatte.

Vom Kalb zur Kuh

Seit fast einem halben Jahrtausend bewirtschaftet die Familie Kolkmeier den landwirtschaftlichen Betrieb, der über 40 Hektar natürliches Grünland und rund 60 Hektar Ackerland verfügt. Dort werden im jährlichen Wechsel Getreide, Mais und Kartoffeln angebaut. Seit jeher ist die Milchviehzucht und -haltung zentraler Bestandteil des Hofs, über die sich die Besucher nicht nur anhand von Informationstafeln an den Ställen, sondern auch durch fachkundige Führungen, die den ganzen Tag über von Hausherr Heiner Kolkmeier im Wechsel mit seiner Tochter Nele angeboten wurden, hautnah ein Bild machen konnten.

Sie erfuhren dabei, dass die Mutterkühe acht bis sechs Wochen vor der Kalbung „trocken“ gestellt werden, damit sie keine Milch mehr geben, und bereits zwei Wochen vorher zur Geburtsvorbereitung in den „Kreißsaal“ beziehungsweise Abkalbestall kommen. In speziellen Boxen werden die neugeborenen Kälber dann zwei bis drei Wochen lang mit bis zu 16 Litern leicht angesäuerter Muttermilch und einem Spezialfutter versorgt, bevor sie ab dem vierten Monat nach Geschlechtern getrennt in den bereits 1903 als Fahrscheune erbauten Jungviehstall umziehen. Dort fressen sie eine Mischung aus Mineralfutter und Mais- und Grassilage und bekommen für ihr Wachstum zweimal am Tag Kraftfutter von Hand gefüttert.

Melkrecht und Muh-Bar

Nicht nur die Kinder staunten nicht schlecht, als sie hörten, dass ein Kalb vier Mägen hat, ein Kuheuter 400 Liter fassen kann, die Hörner der Tiere wegen der Verletzungsgefahr unter Betäubung ausgebrannt werden und die wiederkäuenden Kühe zwar nur Gras essen, aber keine Vegetarier sind, da sie ohne tierisches Eiweiß, das sie selbst in ihrem Pansen erzeugen, nicht leben können. Ein Tierarzt klärte über krankheitsvorbeugende Maßnahmen auf, und am Ende der Führung konnten die hochmodernen Melkboxen im neuen, erst vor zwei Jahren erbauten großflächigen, luft- und lichtdurchfluteten Kuhstall bewundert werden. Ein Roboter erkennt über ein Laserprogramm automatisch, wann eine Kuh „Melkrecht“ hat und entnimmt ihr maximal viermal am Tag Milch. Die läuft dann über ein Kühlsystem in einen Tank, wo sie zu konventioneller, gentechnikfreier oder Weidemilch verarbeitet wird.

Frische Kostproben konnten an der neuen „Muh-Bar“ selbst abgezapft werden. Zur Stärkung gab es außerdem neben Pommes, Bartwurst, Eis, Kaffee und von den Landfrauen aus Hasbergen selbstgemachten Kuchen eine eigens kreierte Pizza mit heimischem Spargel. Die Gruppe Farbfinder präsentierte Kunst, zahlreiche Aussteller ihre Produkte und der Hofladen mit hauseigenen Fleisch- und Käseangeboten war geöffnet. Kinder kamen im Streichelzoo, beim Ponyreiten, mit Kutschfahrten im Zweispänner oder auf dem Spielplatz mit Riesensandhaufen auf ihre Kosten. An Modellen konnte zudem selbst erfahren werden, dass von Hand melken gar nicht so einfach ist - und ein Quiz „vom Kalb zur Kuh“ lud dazu ein, das erlernte Wissen gleich unter Beweis zu stellen.


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